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Blasenentzündung – wenn`s brennt

Blasenentzündung

Blasenentzündung

Unweigerliche denkt man an eine Blasenentzündung, wenn es beim Wasserlassen brennt. Betroffen sind oft die Frauen häufiger als die Männer. Durchschnittlich ist jede zweite Frau im Verlauf ihres Lebens von einer solchen Entzündung betroffen.

Gerade während der Schwangerschaft in den letzten Wochen, wenn das größer werdende Kind in der Gebärmutter auf die Harnwege drückt.

Erwischt es dann aber doch mal jemand des starken Geschlechts, sind tatsächlich die Schmerzen um einiges stärker. Das hat u.a. damit zu tun, dass der Harnleiter des Mannes, bedingt durch Penis, länger ist als bei der Frau. Im Durchschnitt ist der Harnleiter (Ureter) ca. 25 Zentimeter beim erwachsenen Menschen.

Oft ist hier eine Vergrößerung der Prostata, die meistens ab dem 50. Lebensjahr einsetzt, der Auslöser.

Blasenentzündung Schmerzmittel, Antibiotika oder Heilpflanzen? Eine neue Therapieleitlinie liefert Antworten

Eine Blasenentzündung ist schmerzhaft. Bakterien können bei ihnen den Weg zur Blase schnell bewältigen. Liegen keine Risikofaktoren vor wie etwa eine Blasenfunktionsstörung, sprechen Ärzte von einem unkomplizierten Harnwegsinfekt. Jüngst wurde dessen Behandlungsleitlinie überarbeitet. Die beteiligten Experten raten dazu, Antibiotika sehr gezielt einzusetzen, um die Entstehung von Resistenzen zu verhindern. Erstmals empfehlen sie auch pflanzliche Wirkstoffe, um wiederkehrenden Infekten vorzubeugen.

Grenzwerte zur Diagnose unterschiedlicher HWI und der asymptomatischen Bakteriurie (ABU)

 Diagnose  Bakteriennachweis  Uringewinnung
 Akute unkomplizierte Zystitis bei Frauen  103 KBE/ml  Mittelstrahlurin
 Akute unkomplizierte Pyelonephritis  104 KBE/ml  Mittelstrahlurin
 Asymptomatische Bakteriurie  105 KBE/ml  

  • Bei Frauen: Nachweis in zwei konsekutiven Mittelstrahlurinkulturen,
  • Bei Männern: in einer Mittelstrahlurinkultur,
  • Bei Gewinnung durch Katheter und einzelner Bakterienspezies: 10 2 KBE/ml

 

Laborparameter 2. Ordnung – in Abhängigkeit von den Ergebnissen der Anamnese, körperlichen Untersuchung etc. – zur differentialdiagnostischen Abklärung

  • Kleines Blutbild
  • Entzündungsparameter – CRP (C-reaktives Protein) bzw. PCT (Procalcitonin)
  • Nüchternglucose (Nüchternplasmaglucose; Nüchternblutzucker)
  • ggf. Ausschluss einer venerischen Erkrankung (Infektionen, die vorwiegend durch Geschlechtsverkehr übertragen werden) – bei Zystitis mit Adnexitis (Entzündung des Eileiters und des Eierstocks), Kolpitis (Scheidenentzündung), Prostatitis (Prostataentzündung)
  • Urinzytologie
  • BK-(Polyoma)-Virus-DNA-Nachweis – bei Immunsupprimierten kann BK-Virus zu einer hämorrhagischen Zystitis führen

Was Patientinnen bei einer Blasenentzündung wissen müssen

Typische Anzeichen einer Blasenentzündung sind Schmerzen und Brennen beim Wasserlassen, häufiger Harndrang sowie Schmerzen im Unterleib. Der Urin kann getrübt sein und seinen Geruch verändern. Auch Blut im Urin ist möglich.

Komplikationen
Eine Blasenentzündung kann über die Harnleiter aufsteigen und dann auch die Nieren befallen. Ohne eine entsprechende Therapie kann eine Entzündung der Nierenbeckens und der Nieren (Pyelonephritis) zu bleibenden Nierenschäden führen.

Ursachen einer Blasenentzündung

Das menschliche Darmbakterium Escherichia coli ist der häufigste Verursacher von harmlosen Blasenentzündungen. Zumeist stammt es aus dem Darm der Betroffenen selbst und gelangt durch Geschlechtsverkehr oder falsche Hygiene auf der Toilette in die verkehrte Körperöffnung. Die Bakterien wandern die Harnröhre hinauf in die Blase und führen dort zu einer Entzündung und zur Reizung der Blasenwand. Weil unsere Immunabwehr bei Unterkühlung schlechter funktioniert, können kalte Füße, ein nasser Badeanzug oder zu dünne Kleidung einen Infekt tatsächlich fördern. Aber auch übertriebene Intimhygiene kann sich nachteilig auswirken, da sie das schützende Milieu zerstört.

Symptome einer Blasenentzündung

Betroffene leiden typischerweise unter Schmerzen und Brennen beim Wasserlassen und im Unterleib, sie müssen ständig zur Toilette, obwohl wenig Urin kommt. Der kann trüb sein und anders riechen. Flankenschmerzen und Fieber weisen auf eine Nierenbeteiligung hin – sofort zum Arzt!

Therapie einer Blasenentzündung

Eine antibiotische Kurzzeittherapie ist gemäß der Leitlinie nach wie vor die erste Wahl, um eine akute bakterielle Entzündung rasch zu bekämpfen. „Allerdings sollten exakt zugeschnittene Nischenantibiotika Breitbandantibiotika vorgezogen werden“, sagt Professor Hans Wagner, Leiter einer Klinik und Poliklinik für Urologi. So will man Resistenzen vermeiden, ln vielen Fällen kann die Entzündung auch ohne Antiobiotika therapiert werden, insbesondere wenn die Beschwerden leicht sind und kein erhöhtes Risiko für Komplikationen besteht. Laut einer Studie heilen bis zu 50 Prozent aller unkomplizierten Blaseninfekte innerhalb einer Woche von selbst aus. Welche Therapie sich individuell am besten eignet, bespricht der Arzt mit der Patientin.

Hausmittel

Wärmflasche, Sitzbäder oder feuchtwarme Um-schläge helfen nicht gegen die Infektion selbst. Sie entspannen aber die Muskulatur und lindern die Schmerzen. Auch Blasen- und Nierentees haben laut Urologe Wagner keinen Einfluss auf den Krankheitsverlauf, können aber subjektiv das Wohlbefinden steigern. Sollte man bei einer Blasenentzündung nicht generell viel trinken? Die Leitlinie empfiehlt eineinhalb Liter pro Tag, so viel sollten auch gesunde Menschen trinken. „Antibakterielle Wirkstoffe im Harn werden bei übermäßigem Trinken verdünnt“, erläutert Wagner.

Dr. Nico Magister, Experte für Infektiologie an einer Klinik für Urologie in Bayern, hält dagegen: Die Immunabwehr habe bei einer Entzündung ohnehin bereits versagt. Erreger auszuspülen könne aus seiner Erfahrung deshalb „durchaus ein Weg sein“.
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Vorbeugung

Bei 30 Prozent der betroffenen Frauen kehrt die Blasenentzündung wieder. Dann sollte der Arzt über Risikofaktoren aufklären. So erhöhen etwa Diaphragmen mit Spermiziden das Infektionsrisiko, regelmäßiges Trinken von Beerensäften senkt es. Die Leitlinie empfiehlt Patientinnen Immunprophylaktika, den Zucker Mannose oder Mittel mit Kapuzinerkressekraut oder Meerrettichwurzel. Frauen in den Wechseljahren können Östrogenpräparate helfen. „Die Prophylaxe muss stets individuell erfolgen“, betont Magister. Er selbst hält hoch dosierte Cranberry-Produkte für wirksam. Laut Leitlinie sind die Studienergebnisse dazu jedoch widersprüchlich. Letztes Mittel bei starken Beschwerden ist eine antibiotische Langzeiteinnahme.

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Letzte Änderungen auf dieser Seite fanden am 29.10.2018 statt.












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