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Was sind Lipoproteine?

LipoproteinLipoproteine dienen als Transportkügelchen im Blut. Ihre Hauptaufgabe besteht darin, fettähnliche Substanzen wie Cholesterin, Triglyceride, Cholesterinester und Fettsäuren wie Phospholipide durch das Blut zu transportieren. Bildlich dargestellt könnte man sich Lipoproteine als kleine U-Boote vorstellen. Diese tauchen im Blutserum unter und bewegen sich durch den gesamten Organismus.

Ein Fett-Eiweiß-Partikel, welches umhüllt von einer Membran (Lipidschicht) ist – das ist ein Lipoprotein. In der Membran eines Lipoproteins befinden sich Apolipoproteine, die für den Nährstoffaustausch zwischen anderen Zellen und dem Gewebe verantwortlich sind.

Zu den Grundbausteinen unserer Nahrung zählen Eiweiße, Kohlenhydrate und Fette. Die Letzteren sind ein wichtiger Energielieferant und dienen auch als Bausteine für unsere Körperzellen. Der menschliche Organismus ist in der Lage, überschüssige Fette für schlechtere Zeiten zu speichern und in Not auf sie zuzugreifen. Des Weiteren ist der Organismus in der Lage andere überschüssige Nährstoffe in Fette umzuwandeln und sie ebenfalls als Fettdepots zu speichern. Zu solchen Nährstoffen, die sich in Fett umwandeln lassen zählen: Kohlenhydrate und Zucker.

Der Körper speichert Fette

Doch warum speichert der Körper ausgerechnet Fette und nicht beispielsweise Kohlenhydrate? Schließlich sind Kohlenhydrate ebenfalls als wichtiger Energielieferant bekannt. Die Antwort auf diese Frage ist recht einfach. Kohlenhydrate lassen sich nicht so gut wie Fette komprimieren (Zusammenpacken) und wenn der Organismus Kohlenhydrate statt Fette speichern würde, bräuchte man viermal so viel Platz. Folglich würde ein übergewichtiger Mensch viermal so dick und schwer sein, wie mit eingelagerten Fettreserven.

Lipoproteine genauer untersucht

Lipoproteine bilden einen Komplex aus Proteinen und Lipiden, die im Blutplasma vorkommen. Folglich gehören Lipoproteinen den Plasmaproteinen an. Des Weiteren unterscheiden sich Lipoproteine in unterschiedliche Kategorien. Insgesamt gibt es sechs von den Kategorien und die Unterteilung erfolgt aufgrund der physikalischen Dichte. Beispielsweise HDL-Lipoproteine weisen eine höhere Dichte als LDL-Lipoproteine auf.

Vorwiegend ergeben sich die Unterschiede in der Dichte aufgrund des Verhältnisses, in dem Lipide und Proteine zueinanderstehen. Neben den bereits erwähnten HDL- und LDL-Lipoproteinen, gibt es das Lipoprotein-a und die sogenannten Chylomikronen. Das „gute“ HDL-Lipoprotein lässt sich in weitere Unterkategorien unterteilen und trägt deshalb die Bezeichnung „Alphalipoprotein“.

Die Anatomie und der Aufbau

Bei den Lipoproteinen handelt es sich um kleine Partikeln, die auch Lipiden und Proteinen bestehen. In ihrer Eigenschaft gleich Lipoproteine den Mizellen, die sich in einem Medium zusammenlagern. In jedem Lipoprotein gibt es einen unpolaren Kern. Der Kern besteht aus Triglyceriden und Cholesterinerstern. Cholesterinester sind Verbindungen zwischen dem Cholesterin und den Fettsäuren.

Die Lipoproteine haben eine Hülle, die aus Protein, Phospholipiden, unverestertem Cholesterin sowie einigen Hydroxy-Gruppen besteht. Der Kern von Lipoproteinen ist hydrophob und die Hülle ist hydrophil. Die Dichte eines Lipoproteins liegt bei 1,21 Mikrogramm pro Liter Blut. Die Anteile von Triglyceriden, Cholesterin und Chelsterinerstern unterscheiden sich genauso wie die Dichte voneinander.

Welche Funktionen und Aufgaben erfüllen Lipoproteine?

Die Lipoproteine erfüllen viele verschiedene Aufgaben in menschlichem Organismus. In erster Linie dienen sie dem Transport von Fetten und wasserunlöslichen Lipiden. Auch Cholesterin und Cholesterinerster transportieren Lipoproteine durch den ganzen Körper. An die Rezeptor-Proteine der Zellen binden Lipoproteine zusammen mit den enthaltenen Apoproteinen, die zu transportierenden Stoffe. Durch den Intestinaltrakt werden das Cholesterin und die Triglyceride aufgenommen. Die Stoffe wandern über die Chylomikronen in den Lymphweg ein. Anschließend gelangen dort die Stoffe in de Venen.

Die Lipasen wirken auf die Chlymikronen sobald die Fettsäuren freigesetzt wurden. In den Fett- und Muskelzellen bleiben deshalb Chylomikronen übrig und diese werden weiter in die Leber transportiert und dort abgebaut. Dem Transport von körpereigenen und synthetisiertem Cholesterin dienen VLDL-Partikel zusammen mit IDL-Partikel und dessen Metaboliten-LDL. Zusammen nehmen sie den Chylomikronen die Triglycide ab. Mit dem synthetisierten Cholesterin zusammen, werden die übernommenen Triglyceride ins Gewebe transportiert. Zum Abtransport von Cholesterin aus dem Gewebe dienen die HDL-Partikel. Das Enzym LCAT nimmt mit den Fettsäuren verestertes Cholesterin und führt es zu der Leber. In der Darmwand bildet sich die Unterkategorie von den Chylomikronen.

Transport der Triglyceriden aus der Darmwand

Ihre Funktion liegt in dem Abtransport von den Triglyceriden aus der Darmwand. Der Blutkreislauf ermöglicht es ihnen, dass die Stoffe zu den Leberzellen gelangen. Über den Blutkreislauf erfolgt auch der Transport der Stoffe in die Fett- und Muskelzellen. In den Leberzellen entsteht auch das VLDL-Lipoprotein. Die Triglyceride werden durch die Lipoproteine aus der Leber abtransportiert, neu synthetisiert und gespeichert. Das Abbauprodukt von VLDL-Lipoprotein nennt sich IDL. Diesem Produkt steht keine eigenständige Aufgabe zu. Im Blutplasma lassen sich IDL auch nicht nachweisen.

Die Cholesterinerster und Cholesterin wird durch den Organismus mithilfe von LDL-Partikeln transportiert. Die LDL-Partikeln lassen sich in zwei Untergruppen kategorisieren. Es gibt kleine und dichte LDL-Partikel und große LDL-Partikel. Die großen sind schwimmfähig und unterscheiden sich optisch nur in ihrer Größe von den kleinen LDL-Partikeln. Aus den Leberzellen stammen auch die HDL-Partikel. Zu einem Bestandteil der Blutfette gehört das Lipoprotein-a, welches von Geburt an in dem Organismus vorhanden ist und sich nicht durch Medikamente oder äußere Umstände beeinflussen lässt.

Krankheiten in Zusammenhang mit den Lipoproteinen

Zu den verbreiteten Krankheiten zählen Störungen des Fettstoffwechsels. Die verschobene Zusammensetzung der Blutfettwerte verrät dem Arzt, dass es sich um eine Fettstoffwechselstörung handelt. Bei jeder Fettstoffwechselstörung handelt es sich um die verschobene Zusammensetzung von den Lipoproteinen im Blut des Betroffenen. Zu einer der bekanntesten Fettstoffwechselerkrankung zählt die Hypercholesterinämie.

Bei dieser Erkrankung ist das Cholesterin im Blutplasma erhöht. Hierbei muss man die Krankheit ganz klar von der Hypertriglyzeridämie unterscheiden. Bei der Hypertriglyzeridämie sind nur Triglyceride erhöht, nicht jedoch das Cholesterin.

Bei einer Dyslipoproteinämie finden Ärzte viel zu viele LDL-Lipoproteine und viel zu wenige HDL-Lipoproteine im Blut des Betroffenen vor. Damit unterscheidet sich Dyslipoproteinämie von der Hyperlipoproteinämie, dass bei der zweiten Erkrankung nur zu viel Cholesterin aber nicht zu wenig HDL-Lipoproteine vorhanden sind. Die Hyperlipoproteinämie ist besonders in der westlichen Welt verbreitet. Dafür gibt es ganz natürliche Gründe, nämlich unsere schnelle und falsche Ernährung. Wir setzen oftmals auf fettreiche und schnelle Kost, die wir entweder in Schnellrestaurants oder im Imbiss zu essen bekommen. Auf Dauer wird unser Cholesterinspiegel negativ beeinflusst und der LDL-Lipoprotein-Wert steigt kontinuierlich an. Als Folge haben wir es mit einer deutlichen Fettleibigkeit zu tun, die sich auf das Wohlbefinden nicht nur unerheblich auswirkt.

Darüber hinaus besteht ein viel größeres Herzinfarkt-Risiko als bei Menschen, die auf ihre Ernährung achten und nicht zu viele gesättigte Fettsäuren zu sich nehmen. Schließlich entsteht Thrombose (Blutgerinnsel), welches sich verhärtet und irgendwann die Arterien verstopft. Folglich muss das Herz stärker pumpen und auf Dauer besteht nicht nur eine Belastung für das Herz, sondern irgendwann passt das Blut nicht mehr hindurch und es kommt zum Herzinfarkt oder zum Schlaganfall.

Lipoprotein

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Letzte Änderungen auf dieser Seite fanden am 29.10.2018 statt.