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Diabetes mellitus Typ 2

diabetes mellitus typ 2, illustration mit beschreibungDies ist die am häufigsten vorkommende Form des Diabetes. Da er meist erst im höheren Lebensalter auftritt, liegt entweder eine »Erschöpfung« der Bauchspeicheldrüse vor, oder aber der Körper reagiert nicht mehr empfindlich genug auf Insulin (Insulinresistenz). Die Anlage zum Diabetes ist zwar erblich, aber nicht jeder, der vorbelastet ist, erkrankt auch. Entscheidend sind häufig falsche Ernährungsgewohnheiten.

Diabetes Typ 2 (Insulinresistenz)

In den letzten Jahren erkranken auch immer mehr jüngere, übergewichtige Menschen aufgrund von Fehlernährung und Bewegungsmangel an Diabetes Typ 2. Hohe Blutzuckerwerte haben häufig zunächst wenig spürbare Auswirkungen.

Die ersten Anzeichen einer Erkrankung können sein:

  • nachlassende Leistungsfähigkeit, Müdigkeit
  • Juckreiz
  • Heißhungerattacken
  • starker Durst, trockener Mund
  • häufiges Wasserlassen, auch nachts
  • Gewichtsverlust
  • schlechte Wundheilung
  • erhöhte Infektanfälligkeit

Ursachen für eine Erhöhung der Blutzuckerwerte (Hyperglykämie):

  • Diabetes mellitus
  • Schwangerschaftsdiabetes
  • Entzündung oder Karzinom der Bauchspeicheldrüse
  • Morbus Cushing (Überproduktion von Kortisol)
  • chronische Lebererkrankungen
  • Medikamente, z. B. Entwässerungstabletten, Kortison, Antibabypille, Betablocker

Ursachen für eine Erniedrigung der Blutzuckerwerte (Hypoglykämie):

  • zu hohe Dosierung von Insulin oder blutzuckersenkenden Tabletten
  • Tumor der Bauchspeicheldrüse (Insulinom)
  • Schilddrüsenüberfunktion
  • stark erhöhter Alkoholkonsum, Leberschaden
  • Medikamente: z. B. Mittel zur Blutverdünnung
  • Essstörungen (Magersucht)
  • nach starker körperlicher Anstrengung

Anzeichen von Unterzuckerung

Patienten klagen über Heißhunger, Zittern, Schwindel, Schwitzen und Schwächegefühl bis hin zur Bewusstlosigkeit. Bei diesen Anzeichen sollte schnell ein Stück Traubenzucker oder Brot gegessen werden. Richtig gefährlich wird es, wenn der Blutzucker unter 50 mg/dl absinkt. Dann wird der Betroffene ohnmächtig. Bei einem bewusstlosen Patienten muss sofort der Notarzt verständigt werden! Eine Unterzuckerung ist häufig die Folge von starker körperlicher Belastung, erhöhtem Alkoholkonsum oder von Insulingabe ohne anschließende Mahlzeit.

Mikroalbumin-Kontrolle

Normalwert: < 20 mg/l bzw. 30 mg/24 h
Dieser Test ist von äußerster Wichtigkeit für Menschen, die an Diabetes erkrankt sind, da der Mikroalbuminwert Aufschluss über die Funktionsfähigkeit der Nieren gibt. Dabei handelt es sich um die spezielle Untersuchung eines bestimmten Eiweißtyps (dem sogenannten Albumin) im Urin. Die erhöhte Ausscheidung von Albumin ist häufig das erste Anzeichen einer Schädigung der Nieren. Diabetiker sollten diesen Test regelmäßig beim Arzt oder zu Hause durchführen.

Hämoglobin A1c (HbA1c)

Normalwerte:
Nichtdiabetiker: 4–6 %
Gut eingestellter Diabetiker: < 6, 5 %
Mäßig eingestellter Diabetiker: 6, 5–7,0 %
Behandlungsbedürftig > 7,0–7,5 %

Hämoglobin A1c (HbA1c) ist der »Blutzuckerspion« bei Diabetes. An diesem Wert, der über die mittleren Blutzuckerwerte der letzten sechs bis acht Wochen Auskunft gibt, kann der Arzt sehen, wie konsequent der Patient seine Diät und die Einnahme der verordneten Medikamente eingehalten hat.

Die Bestimmung von HbA1c zur Erstellung der Erstdiagnose ist nicht sinnvoll. Der Wert dient vielmehr der Verlaufs- und Risikokontrolle sowie zur Abschätzung der Stoffwechselsituation.

Weitere Laborwerte bei Diabetes

Neben den Werten Blutzucker und HbA1c gibt es Laborparameter, mit denen unabhängig vom Blutzucker die Funktionsfähigkeit der Inselzellen und so der Grad der Insulinresistenz bestimmt wird, Risiken aufgedeckt sowie die Erfolge der Therapie untersucht werden können:

  • Proinsulin (Normalwert nüchtern: < 8 pmol/l) gibt Auskunft über die Funktion der B-Zellen der Bauchspeicheldrüse, die das Insulin produzieren. Erhöhte Werte sprechen für eine ausgeprägte Insulinresistenz.
  • Insulin: (Normalwert nüchtern: 3–17 mU/l (20–120 pmol/l). Die Bestimmung ist keine Basisdiagnostik, sondern wird bei unklaren Unterzuckerungen sowie bei Verdacht auf einen Tumor der Bauchspeicheldrüse (Insulinom) veranlasst.
  • C-Peptid (Normalwert nüchtern: 0,7–3,0 ng/ml (230–1 000pmol/l) wird eingesetzt zur Beurteilung der körpereigenen Insulinproduktion und zur Verlaufskontrolle nach Bekanntwerden eines Typ-1-Diabetes. Erhöhte Werte finden sich bei einem insulinproduzierenden Tumor (Insulinom).
  • Adiponektion (Normalwert: Männer 2,0–13,9 µg/ml, Frauen 4,0–19,4 µg/ml) dient der frühzeitigen Risikoerkennung von Diabetes mellitus Typ 2 und Arteriosklerose. Je niedriger der Adiponektin-Spiegel im Blut (< 4 µg/ml), desto höher das Risiko für Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

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Autoren & Experte:
Wissenschaftlicher Beirat: Prof. Dr. med. Hermann Eichstädt, Berlin. Facharzt Innere Medizin & Kardiologie, Lebenszeitprofessor i.R. der Charité Berlin. Geschäftsführender Vorstand der Berlin- brandenburgischen Gesellschaft für Herz- und Kreislauferkrankungen e.V.
Journalist: Horst K. Berghäuser
Heilpraktiker: Felix Teske

Literatur, Quellen und Verweise:
Rationelle Diagnostik und Therapie in der Inneren Medizin
Thieme Verlag
Praktische Labordiagnostik - Lehrbuch zur Laboratoriumsmedizin, klinischen Chemie und Hämatologie
Grönemeyers Buch der Gesundheit
Hallesche Krankenversicherung

Letzte Änderungen auf dieser Seite fanden am 18.03.2019 statt.