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Diabetes – Symptome, Ursachen und Maßnahmen

DiabetesDiabetes mellitus (Typ 2) lässt sich hinauszögern oder sogar verhindern. Eine tragende Rolle spielt dabei gesundes Essen und Trinken. Auch wenn an Details noch geforscht wird: „Mit einer ballaststoffreichen Ernährung, also reichlich Gemüse, Hülsenfrüchten, Vollkomprodukten und Obst, macht man alles richtig. Wer zudem auf zuckerhaltige Softdrinks verzichtet, tut sich sehr viel Gutes“, rät Professor Heinz Hauser, Emährungsmediziner am Klinikum Hannover.

Ballaststoffe sind faserreiche Bestandteile, die vor allem in pflanzlicher Kost vorkommen und die der Körper nicht verdauen kann. Sie führen dazu, dass der Blutzuckerspiegel weniger rasch ansteigt und man länger satt bleibt als nach einer Ballaststoff losen Mahlzeit mit gleich vielen Kalorien. Besonders schützt das gute alte Vollkorn vor Diabetes.

Warum ist die Currywurst nicht gut?

Das alles ist kein großes Geheimnis. Nur: Warum ist Currywurst mit Pommes seit Jahren das beliebteste Gericht in deutschen Kantinen, und warum wird so viel Süßes verschlungen? Ist es die Zuckerindustrie, die uns via Werbung manipuliert? Können wir vor lauter Stress nicht anders, als heiß und fettig zu essen?

„Es gibt tatsächlich sehr viele Faktoren, die unser Essverhalten beeinflussen und eine gesunde Ernährung erschweren. Der größte davon ist unser Überfluss an Essen. Kalorien sind unglaublich billig“, sagt Professorin Christine Brombach, die an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften die gesellschaftlichen Zusammenhänge hinter dem Essen erforscht. „Aber die Entscheidung, was man isst, fällt am Ende trotzdem jeder selbst.“ Doch die Entscheidung für eine gesunde Ernährung braucht Zeit, sagt Brombach und zitiert den Verhaltensforscher Konrad Lorenz: „Gehört heißt noch nicht verstanden, verstanden heißt nicht immer einverstanden, einverstanden heißt nicht immer angewendet, angewendet heißt noch lange nicht umgesetzt, und umgesetzt heißt noch nicht beibehalten.“

Das Essverhalten ist einfach ein großer Teil von uns. „Es gibt Gerichte, die schmecken wie Heimkommen“, sagt Brombach. Wir essen nicht nur, um satt zu werden und wichtige Nährstoffe aufzunehmen, sondern, um zu feiern oder im stressigen Alltag kurz durchzuatmen – beziehungsweise durchzukauen.

Manche Lebensmittel machen glücklich. Sei es direkt durch bestimmte Inhaltsstoffe, die zur Ausschüttung des Botenstoffs Serotonin im Gehirn führen, oder indirekt durch positive Erinnerungen. Das Croissant, das an den Frankreich-Urlaub erinnert, oder die Hühnersuppe, die unsere Mutter immer gekocht hat zum Trösten.

SCHLAF: Ausgeruht fällt es leichter, vernünftig zu handeln

Leider ist unser Körper ein schlechter Ratgeber für gesunde Ernährung. An das Überangebot von heute sind wir evolutionär nicht angepasst. Instinkte besitzen wir nur, um satt zu werden und Gifte zu meiden.

Kopf-Bauch-Allianz

Die Entscheidung für gesundes Essen muss also vom Verstand ausgehen. Doch es ist kräftezehrend, immer wieder gegen das eigene Gefühl anzukämpfen. Zu oft ist der Wille nicht eisern, sondern hat eher die Konsistenz eines Marshmallows. Durch Stress und Schlafmangel wird er weiter geschwächt.

Die Chance, eine gesunde Ernährung dauerhaft durchzuhalten, steigt, wenn Verstand und Verlangen kooperieren. Indem man lernt, zu mögen, was gesund ist. Will man zum Beispiel eine bessere Beziehung zum Brokkoli, gibt es dafür ein paar Tricks. Etwa die „Hungriger-Wolf-Taktik“: ein paar Stunden lang nichts essen, dann eine kleine Schüssel Brokkoli. Mit leerem Magen schmeckt alles besser. Wiederholt man das ein paar Mal, gewöhnt man sich an den Geschmack.

SPASS: Freude und Freunde halten einen beim Sport bei der Stange

Romantischer ist die Assoziations-Taktik Mit guten Freunden oder an einem schönen Ort mag man auf einmal Speisen, die man sonst verschmäht. Beim Sonnenuntergang am See schmeckt sogar gegrillter Grünkohl. Man könnte im Urlaub einen kleinen Vorsatz fassen, etwa, sich mit Paprikas auszusöhnen. Wenn einen der gesunde Snack danach immer an Italien erinnert, hat man gewonnen

Wer es nicht schafft, seine Ernährung umzustellen, dem bleibt das Kalorien-zählen. „Das Wesentliche bei der “Vorbeugung von Diabetes ist, dass man ein möglichst normales Körpergewicht hält, eben nicht zu viele Kalorien zu sich nimmt“, sagt Heinz Hauser, d auch Vorsitzender der Deutschen Diabetes Stiftung ist. Schließlich kann man auch versuchen, Faktoren, die eigentlich gegen einen arbeiten, für den eigenen Zweck zu nutzen. Etwa den Zusammenhang zwischen Ernährung und Identität. Menschen drücken sich auch über das aus, was sie essen. Wenn man das Selbstbild „Ich bin jemand, der sich gesund ernährt“ annimmt, hält es einen bei der Stange.

GEWOHNHEIT: Erst hemmt sie, dann hilft sie, gesundes Verhalten durchzuhalten

Ähnlich ist es mit dem zweiten großen Lebensstil-Faktor: der Bewegung. Wer sich ein paar Mal zwingt, zu joggen, nur weil das eben gesund ist, hält das nicht lange durch. Mehr Erfolg verspricht es, wenn man sich Zeit nimmt und einen Sport sucht, den man wirklich mag. Sei es Fußball, Klettern oder Tanzen. Und sich dann etwa als Fußballer zu sehen, selbst wenn man noch so stümperhaft spielt.

Genuss erwünscht

Begeistert man dann noch den Partner oder ein paar Freunde dafür, kann man sich gegenseitig motivieren. Am Anfang wirkt die Gewohnheit wie die Schwerkraft, die einen träge macht und den

STRESS: Er killt die guten Vorsätze, die Disziplin hat das Nachsehen

Sportstart zäh. Aber wer einige Wochen durchhält, dem kommt die Macht der Gewohnheit zugute. Dann wäre es komisch, auf einmal nicht mehr an die frische Luft zu gehen oder mit Freunden zu kochen. Auf Genuss brauche man für eine gesunde Ernährung nicht zu verzichten, betont Brombach. „Genuss beschränkt sich selbst.“ Denn genießen können wir nur, was wir uns selten gönnen, und nur, bevor das Bauchweh kommt.

Volkskrankheit Diabetes

Mehr als sechs Millionen Deutsche leiden an Diabetes, Tendenz weiter steigend. Möglicherweise sind es sogar acht Millionen, denn es ist mit einer hohen Dunkelziffer zu rechnen. Deutschland ist damit in Europa das am stärksten von dieser Volkskrankheit betroffene Land. Nach der von der American Diabetes Association (ADA) 1997 erarbeiteten Klassifikation des Diabetes mellitus werden heute nur noch zwei Formen dieser Stoffwechselkrankheit unterschieden: Diabetes mellitus Typ 1 und Diabetes mellitus Typ 2.

Diabetes mellitus Typ 1

  • Typ 1A (autoimmune Form): Hierzu zählt jeder Diabetes, der durch einen Insulinmangel infolge einer Zerstörung der insulinbildenden Betazellen durch eine Autoimmunerkrankung entsteht. Er beginnt meist akut (in Tagen bis Wochen) und oft vor dem 25. Lebensjahr. Vielfach finden sich in der Familie weitere Zuckerkranke. Kennzeichnend sind Autoantikörper gegen Insulin und Inselzellen.
  • Typ 1B (idiopathische Form): Hier lassen sich weder Autoimmunphänomene noch andere bekannte Ursachen einer Inselzellschädigung nachweisen. Beide Formen des Typ- 1-Diabetes sind lebenslang insulinpflichtig.

WARNZEICHEN FÜR DIABETES

Sie sollten Ihr Diabetesrisiko untersuchen lassen bei:

  • Extremem Durst
  • Häufigem Wasserlassen mit großen Urinmengen (Polyurie)
  • Schlecht heilenden Wunden
  • Verstärktem Juckreiz der Haut
  • Häufigen Infektionskrankheiten (auch gehäufte Pilzinfektionen)
  • Sehstörungen

Diabetes mellitus Typ 2

Bei Typ-2-Diabetes besteht eine Insulinresistenz der Zellen. Die Zellen benötigen dann zur Erledigung ihrer normalen Aufgaben mehr Insulin als gesunde Zellen. Das bedeutet: Zu Beginn der Krankheit, wenn der Körper noch ausreichende Mengen von dem Hormon produziert, zeigt der Laborbefund einen erhöhten Insulin-Wert im Blut.

Diabetes Typ 2 ist mit 75 Prozent der Fälle die häufigste Form der Zuckerkrankheit und verursacht oft lange keine deutlichen Symptome. Die Entstehungsursachen sind noch unklar. Fest steht aber: Mit zunehmendem Alter, Übergewicht und gleichzeitigem Bewegungsmangel steigt das Erkrankungsrisiko deutlich an

 

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Neuen Forschungsergebnissen zufolge können zu große Mengen an Kohlenhydraten in der Nahrung die insulinproduzierenden Zellen in der Bauchspeicheldrüse stärker schädigen als eine Ernährung, die zu viel Fett enthält. Eine Studie mit Diabetikern hat nachgewiesen: Enthält die Nahrung zwischen 40 und 50 Prozent Fett, 20 bis 30 Prozent Eiweiß und nur 30 Prozent Kohlenhydrate, normalisiert sich der Blutzuckerspiegel schnell. Mehr als die Hälfte der Patienten konnte ihre Medikamente innerhalb von drei Wochen absetzen. Auch die Blutfettwerte sanken.

REFERENZBEREICHE

  • Oraler Glukose-Toleranztest (oGTT)
    Normal
    Nüchternwert: < 100 mg/dl (5,6 mmol/l*)
    2-Stunden-Wert: < 140 mg/dl (7,8 mmol/l*)
    Gestörte Glukose-Toleranz
    2-Stunden-Wert: * 140 und < 200 mg/dl (a7,8 und <11,1 mmol/l*)Diabetes mellitus
    Nüchternwert: a 126 mg/dl (7,0 mmol/l*)
    2-Stunden-Wert: * 200 mg/dl (≥ 11,1 mmol/l*) im venösen Plasma
  • Hämoglobin A1c (HbA1c)
    4,4-6,0% (EDTA-Blut)
    Werte stark abhängig vom Testverfahren
  • Glukose im Urin (Harnzucker)
    ≥ 15 mg/dl (0,84 mmol/l*) im Spontanurin * = SI-Einheiten Harnteststreifen: negativ

Die Diagnose des Diabetes sollte ausschließlich anhand des Blutzuckerwertes gestellt werden.

Andere Diabetesformen

Neben Diabetes mellitus Typ 1 und 2 gibt es noch weitere Formen der Zuckerkrankheit. Diese werden hervorgerufen durch genetische Defekte, durch Erkrankungen des enzymproduzierenden Anteils der Bauchspeicheldrüse, durch Krankheiten aufgrund von Hormonstörungen (Endokrinopathien), durch verschiedene Medikamente oder Chemikalien oder auch durch Virusinfektionen.

Diabetes

Urheber: pittawut / 123RF Standard-Bild

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Letzte Änderungen auf dieser Seite fanden am 29.10.2018 statt.












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