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Differentialblutbild (Leukozyten-Analyse)

Differentialblutbild

Differentialblutbild

Mit einem Differentialblutbild wird eine mikroskopische Analyse des Blutes gemacht. Diese kann auf zwei Weisen erfolgen, und zwar die manuelle oder die automatische.

Ein Differentialblutbild gibt Aufschluss darüber, wie viele Leukozyten (weiße Blutkörperchen) im Blut vorhanden sind.

Mithilfe einer manuellen Auswertung ist es möglich, die Erythrozyten (rote Blutkörperchen) zu beobachten.

Sollte der Arzt bei einer Auswertung des Blutbildes feststellen, dass gewisse Abweichungen von den Normwerten der weißen- oder roten Blutkörperchen vorliegen, deutet das auf eine Erkrankung hin. Die Erkrankung kann von einem harmlosen Charakter sein und eher auf eine kleine Infektion oder eine Mangelerscheinung hindeuten. Allerdings kann es sich auch um eine ziemlich ernste Erkrankung handeln. Der Arzt schaut sich das Differentialblutbild an und bespricht Näheres zusammen mit dem Patienten.

Differentialblutbild (Leukozyten Normalwerte)

ZellartGesamt Leukozytenpro µl Blut
Normalwert100%4.000–10.000/μl
Stabkernige (neutrophile) Granulozyten0 bis 4%150–400/μl
Segmentkernige (neutrophile) Granulozyten45 bis 74%4.800–7.900/μl
Eosinophile Granulozyten0 bis 7%50–750/μl
Basophile Granulozyten0 bis 2%15–200/μl
Lymphozyten16–45 %1.700–4.800/μl
Monozyten4–10 %400–1.000/μl
Die Referenzwerte (Normwerte oder Normalwerte) sowie die ermittelten Werte können sich von Labor zu Labor stark unterscheiden. Weiterhin gibt es unter Umständen starke tageszeitliche und (saisonale) jahreszeitliche Schwankungen ohne Krankheitswert.

Das Differentialblutbild = Großes Blutbild

Bei einer routinemäßigen Untersuchung erstellen die Ärzte zuerst immer das kleine Blutbild. Das kleine Blutbild zeigt dem Arzt lediglich die Anzahl der Blutkörperchen im Blut an. Beim großen Blutbild kann der Arzt nicht nur die Anzahl sehen, sondern die verschiedenen Arten der Leukozyten analysieren. Sollte der Arzt feststellen, dass das kleine Blutbild gewisse Abweichungen von den Normwerten aufweist, wird er den Patienten darüber informieren und zur Sicherheit ein großes Blutbild anordnen, welches mehr Aufschluss über die möglichen Erkrankungen geben kann.

Mithilfe eines Differentialblutbilds lassen sich Veränderungen und die Anzahl der Leukozyten besser beobachten. Anhand dieser Details kann fast zu 100 Prozent bestimmt werden, um welche Krankheit es sich handelt. Je schneller eine Diagnose gestellt wird, desto größer sind die Chancen, dass man die Krankheit wieder los wird.

Differentialblutbild (Tabelle)

Differentialblutbild (Tabelle)

Heute wird üblicherweise eine automatisierte Untersuchung des großen Blutbildes gemacht. Allerdings um mögliche Fehler auszuschließen, machen die Laborärzte eine manuelle mikroskopische Untersuchung des Blutes. Das Blut wird visuell betrachtet und dem gut geschulten Fachpersonal werden sofort einzelne Feinheiten auffallen, die für die fachgerechte Diagnose so wichtig sind. Die automatisierte Untersuchung des großen Blutbilder kann diese speziellen Feinheiten durchaus übersehen und eine fehlerhafte Diagnose liefern.

So wird das Differentialblutbild ausgewertet

Heutzutage existieren zwei verschiedene Möglichkeiten, wie man das Differentialblutbild bestimmt. Bei der klassischen Methode handelt es sich um die bereits erwähnte manuelle Untersuchung des großes Blutbildes. Das geschulte Fachpersonal zusammen mit den Laborärzten führen eine visuelle Untersuchung durch und können dabei Krankheiten feststellen. Des Weiteren kann man nur mit dieser Methoden die Erythrozyten (rote Blutkörperchen) analysieren. Aus diesem Grund wird dieses Verfahren in den Fachkreisen auch als „rotes Differentialblutbild“ bezeichnet.

Die zweite Möglichkeit der Erstellung eines großen Blutbildes ist die automatische. Dabei werden Hämatologie-Geräte eingesetzt. Diese arbeiten mit dem Prinzip der Durchflusszyometrie. Es wird ein Laserlicht eingesetzt, während die einzelnen Zellen nacheinander durch eine spezielle Messkammer durchfließen. Innerhalb weniger Sekunden kann das Gerät bis zu 100.000 Stück messen und auswerten. Somit beschleunigt dieses Verfahren die Analyse um einiges.

Es gibt noch eine Möglichkeit, die das Erstellen eines großen Blutbildes ermöglicht. Diese Möglichkeit nennt sich automatisierte Mikroskopie. Bei diesem Verfahren wird mit einer Bildverarbeitungssoftware gearbeitet. Die Software ermöglicht eine teilautomatische Blutbildbestimmung, die anschließend unter dem Mikroskop ausgewertet werden muss. In der Praxis läuft das Ganze wie folgt ab: Der Arzt lässt das Blut im automatischen Verfahren durchlaufen und schaut sich die Ergebnisse an. Sollten sich selbst die kleinsten Unregelmäßigkeiten zeigen, wird der Arzt eine manuelle Untersuchung unter einem Mikroskop vornehmen. Dabei kommt auch das geschulte Fachpersonal zum Einsatz, da das Gerät einiges übersehen könnte.

So differenziert man Leukozyten

Zu der Hauptaufgabe eines Blutbildes zählt immer noch die Verteilung der weißen Blutkörperchen im Blut zu bestimmen. Im Blut findet man verschiedene Arten von Leukozyten.

Im Gegensatz zu den roten Blutkörperchen, sind die weißen Blutkörperchen kernhaltige Zellen. Folglich tragen sie auch nicht den roten Blutfarbstoff Hämoglobin in sich.

Aus diesem Grund nennt man Leukozyten auch weiße Blutkörperchen. Vor allem im Immunsystem des menschlichen Körpers spielen die Leukozyten eine tragende Rolle.

Leukozyten Arten gesamt

Leukozyten Arten gesamt

Das mikroskopische Differentialblutbild ermöglicht die Begutachtung von roten Blutkörperchen. Die roten Blutkörperchen sind kernlos und beinhalten den roten Blutfarbstoff Hämoglobin. Bereits im kleinen Blutbild kann man die Anzahl der Erythrozyten erkennen. Das große Blutbild ermöglicht es weitere Schlüsse zu ziehen.

So unterteilen sich die Erythrozyten:

  • Mikrozyten
  • Makrozyten
  • Sichelzellen
  • Targetzellen
  • Fragmentozyten

Sieht man vergrößerte Makrozyten im Blutbild, deutet das auf Vitamin-B12-Mangel oder auf Schäden des Knochenmarks verursacht durch Alkoholkonsum. Mikrozyten sind verkleinerte rote Blutkörperchen, die auf einen Eisenmangel hindeuten. Auch eine Anämie, also Blutarmut, kann die Ursache für eine Vielzahl an Mikrozyten.

Bei einer starken Blutarmut sieht man eine Vielzahl an Targetzellen. Eine Anomalie des Hämoglobins lässt sich anhand der Sichelzellen bestimmen. Fragmentozyten nennt man auch Eierschalenzellen, weil sie eine Form von einer Eierschale aufweisen. Diese treten vermehrt bei einem metastasierendem Siegelring-Karzinom auf.

So unterteilen sich die Leukozyten:

Die Lymphozyten machen einen Gesamtanteil von 20 bis maximal 40 Prozent der ganzen Leukozyten aus. Diese Zellen lassen sich in B-, T-Lymphozyten und Killerzellen unterteilen. Die Vorläuferzellen von den Lymphozyten stammen aus dem Knochenmark. In den Lymphknoten sowie in der Milz findet die weitere Bildung statt. Vor allem für die gezielte Abwehr der Krankheitserreger und Fremdstoffen sorgen die Lymphozyten.

Bei den Granulozyten sieht das etwas anders aus. Im Normalfall einet man 60 Prozent von den neutrophilen Granulozyten im Blut. Der Anteil an eosinophilen Granulozyten liegt bei 1 bis 5 Prozent und basophile findet man lediglich mit einem Prozent im Blut. Die neutrophile sind zu 55 Prozent segmentkernige, also reife und fünf Prozent sind stabkernige.

Unter den Leukozyten sind Plasmazellen mit einem Prozent vertreten. Sie entstehen aus den B-Lymphozyten und bilden speziellen Antikörper gegen Krankheitserreger.

Die größten Zellen im Blut sind Monozyten. Im Blut machen sie prozentual einen Wert von zwei bis acht Prozent aus. Für jeweils 48 Stunden zirkulieren Monozyten im Blut und anschließend verwandeln sie sich in andere Zellen.

Auf was können abweichende Werte der Leukozyten hindeuten?

Sieht der Arzt erhöhte Werte von neutrophilen Granulozyten, deutet das auf eine Leukämie, bakterielle Infektion, Stoffwechsel-Krankheiten, Vergiftungen, Tumore, Schwangerschaft oder zu viel Stress hin.

Sollten die besophilen Granulozyten erhöht sein, kann es sich um Schilddrüsen-Funktions-Störungen sowie Leberzirrhose, Windpocken oder chronische Entzündungen handeln.

Sind eosinophile Granulozyten erhöht, handelt es sich um Allergien, rheumatische Arthritis sowie Infektions-Krankheiten. Bei erhöhten Lymphozyten-Werten kann es sich um Krebs, Drüsen-Drüsen-Insuffizienz sowie Nährstoffprobleme handeln.

Zu viele Monozyten können auf Knochenmark- Krebserkrankungen hindeuten. Leukämie, Parasitenbefall sowie ein Virus sind ebenfalls nicht auszuschließen.

Differenzialdiagnose pathologischer Laborwerte

Parameterpathologisch erhöhtpathologisch erniedrigt
AlbuminErniedrigt bei Mangelernährung, Malassimilation, exsudativer Enteropathie,
akuten Infektionen, nephrotischem Syndrom, Leberzirrhose, Hepatitis,
Malignomen. Erhöhung klinisch nicht relevant (relative Erhöhung bei
Exsikkose)
Alkalische
Phosphatase
(aP)
Cholestase, Osteomalazie,
Hyperparathyreoidismus, Rachitis,
Morbus Paget, Knochentumoren
(Metastasen, Osteosarkom), paraneoplastisch
bei Bronchialkarzinom,
Morbus Hodgkin, Nierenzellkarzinom
Hypothyreose, perniziöse Anämie,
Vitamin D-Intoxikation, Malassimilation
α-AmylaseErhöht bei akuter Pankreatitis, Mumps, Ulkuspenetration, akutem Abdomen
unterschiedlicher Genese, diabetischer Ketoazidose, Morphingabe, Niereninsuffizienz
α1-Fetoprotein
(AFP)
Erhöht bei primärem Leberzellkarzinom (bei starker Erhöhung fast beweisend),
anderen Karzinomen, Keimzelltumoren, fetalen Missbildungen,
physiologisch leichte Erhöhung bei Gravidität
AmmoniakErhöht bei Leberkoma infolge Leberversagen unterschiedlicher Genese.
Begünstigung durch reichliche Eiweißzufuhr oder portokavale Anastomosen
Antithrombin - (AT) IIIErniedrigt bei Leberzirrhose, schwerer Hepatitis, nephrotischem Syndrom,
Sepsis, intravasaler Gerinnung, angeboren, Östrogentherapie
Bilirubinwir arbeiten dran
Blutgasewir arbeiten dran
BSG(BKS)wir arbeiten dran
Calciumwir arbeiten dran
CEAErhöht bei kolorektalem, Magen-, Mamma-, Pankreas-, Uterus-, Ovarial-,
Bronchial-, Nieren-, medullärem Schilddrüsenkarzinom. Unspezifische
leichte Erhöhung bei Rauchern, Alkoholismus, Lungenemphysem, Leberzirrhose,
Pankreatitis, Pneumonie, chronisch entzündlichen Darmerkrankungen
ChloridSerumspiegel verhält sich meist parallel zur Na+
- und gegensinnig
zur HCO3-Konzentration
Cholesterinwir arbeiten dran
Cholinesterase
(CHE)
Fettleber, Adipositas, Hyperthyreose,
nephrotisches Syndrom,
exsudative Enteropathie
schwere Lebererkrankungen,
chronische Infektionen, Tumoren,
Medikamente (Zytostatika, Ovulationshemmer),
Muskelerkrankungen
CoeruloplasminAkute Entzündungen, Neoplasien,
Cholestase, Gravidität
Morbus Wilson, nephrotisches
Syndrom, Leberzirrhose
C-Peptidwir arbeiten dran
CRPUnspezifisches „Akute-Phase-Protein“, Erhöhung im Rahmen entzündlicher Prozesse. Aufgrund des schnellen Anstiegs bei Erkrankungsbeginn (6–10 Stunden) und der kurzen HWZ (8–12 Stunden) ideale Kenngröße v. a. kurzfristiger akut
entzündlicher oder nekrotischer Reaktionen und deren Aktivitätsänderungen, während die BSG langsamer reagiert. Auch besteht im Gegensatz zur BSG keine Beeinflussung durch erythrozytäre Faktoren (z. B. Anämie, Polyglobulie).
Ansonsten entspricht die diagnostische Wertigkeit in etwa der BSG
Creatinkinase
(CK)
Erhöht bei Myokardinfarkt, Myokarditis, Muskelverletzungen, progressiver
Muskeldystrophie, Polymyositis, i. m. Injektion
CK-MBErhöht (i 6 % der Gesamt-CK) bei frischem Myokardinfarkt
Differenzialblutbild = Blutausstrichdifferenzierung
Leukozyten
(allgemein)
Bakterielle Infektionen, Systemmykosen,
Stress, Trauma, Nekrosen
(z. B. Verbrennungen, Myokardinfarkt),
Hämolyse, Urämie, Coma
diabeticum und hepaticum, Gichtanfall,
Cortisontherapie, myeloproliferative
Erkrankungen, Leukämien
und andere maligne Neoplasien,
chronisch entzündliche Erkrankungen
u. a.
Virusinfekte, bakterielle Sepsis,
Typhus, Brucellose, zahlreiche Medikamente
(z. B. Zytostatika, Thyreostatika,
Analgetika, Antiphlogistika,
Antibiotika), Benzol, ionisierende
Strahlen, maligne Erkrankungen mit
Knochenmarkinfiltration, Myelodysplasie,
Hypersplenismus, Autoimmunerkrankungen,
Vitamin B12- und
Folsäuremangel
Neutrophile
Granulozyten
Bakterielle Infektionen, Systemmykosen,
Stress, Trauma, Nekrosen
(z. B. Verbrennungen, Myokardinfarkt),
Hämolyse, Urämie, Coma
diabeticum und hepaticum, Gichtanfall,
Cortisontherapie, Myeloproliferative
Erkrankungen, maligne
Neoplasien, chronisch entzündliche
Erkrankungen, nach Splenektomie
u. a.
Virusinfekte, bakterielle Sepsis,
Typhus, Brucellose, zahlreiche Medikamente
(z. B. Zytostatika, Thyreostatika,
Analgetika, Antiphlogistika,
Antibiotika), Benzol, ionisierende
Strahlen, maligne Erkrankungen mit
Knochenmarkinfiltration, Myelodysplasie,
Hypersplenismus, Autoimmunerkrankungen,
Vitamin B12- und
Folsäuremangel
Eosinophile
Granulozyten
Parasitosen, Allergien, Hautkrankheiten,
Morbus Hodgkin, Infektionen
(Scharlach, Chlamydien), Infektionen
in Rekonvaleszenz, myeloproliferative
Erkrankungen, Karzinome,
Sarkoidose, Colitis ulcerosa,
Morbus Addison, SLE, Progressive
Systemische Sklerose, Vaskulitiden,
eosinophile Gastroenteritis, Eosinophilenleukämie,
Löffler-Endokarditis
Akuter Typhus abdominalis,
Masern, Morbus Cushing und Glukokortikoidtherapie
Basophile
Granulozyten
Erhöht bei nephrotischem Syndrom, Myxödem, chronischer Hämolyse,
Basophilen-Leukämie, CML, Splenektomie, Gravidität
MonozytenErhöht bei Mononukleose, Tbc, Brucellose, Lues, Malaria, bakt. Endokarditis,
Infektionen in Rekonvaleszenz, malignes NHL, Monozytenleukämie, Sarkoidose,
Morbus Crohn, Colitis ulcerosa
LymphozytenVirusinfektionen, Toxoplasmose,
Pertussis, Typhus, Brucellose, Tbc,
Lues, Infektionen in Rekonvaleszenz,
Maligne Erkrankungen (ALL,
CLL, Lymphome)
Virusinfektionen, Miliar-Tbc, Sepsis,
Glukokortikoidtherapie, CushingSyndrom,
Zytostatika, ionisierende
Strahlen, Morbus Hodgkin, systemischer
Lupus erythematodes
EisenHämochromatose, Leberzirrhose,
Hepatitis, perniziöse Anämie, Thalassämie,
Myelodysplasie, aplast.
Anämie, Hämolyse, Bleivergiftung,
Hyperthyreose, Porphyrie, nach
Massentransfusionen
chronischer Blutverlust, akute und
chronische Infektionen, vermehrter
Bedarf (Gravidität, Wachstum),
Tumoren, Malabsorption, Fehlernährung
Eiweißelektrophorese
α1/α2-
Globuline
akute Entzündung, posttraumatisch,
postoperativ, Myokardinfarkt,
nephrot. Syndrom
Hypoproteinämien, a1-Antitrypsinmangel,
Morbus Wilson, Hepatitis,
Leberzirrhose
β-GlobulinParaproteinämien, nephrotisches
Syndrom, Amyloidose, Hyperlipidämie
γ-Globulinchronische Entzündungen, Tumoren,
Multiples Myelom, Morbus
Waldenström, chronische Hepatitis,
Leberzirrhose, AIDS, Sarkoidose,
Parasitosen, Autoimmunkrankheiten
Antikörper-Mangelsyndrom (primär,
erworben), nephrotisches Syndrom,
exsudative Enteropathie, Sepsis,
Morbus Cushing, Immunsuppressiva,
Radiatio
Erythrozyten
Ferritinmit erhöhtem Serumeisen: Hämochromatose, Hämosiderose, Lebererkrankungen, maligne Lymphome mit erniedrigtem Serumeisen: chronisch entzündliche oder maligne Erkrankungenlatenter Eisenmangel, bei Werten
I 12 ng/ml manifester Eisenmangel
FibrinogenEntzündungen, maligne Tumoren, Myokardinfarkt, nephrot. Syndrom, UrämieVerbrauchskoagulopathie, primäre
Hyperfibrinolyse, Streptasetherapie,
schwere Leberschäden
FolsäureErniedrigt bei Alkoholkrankheit, Malassimilationssyndrom, Gravidität, Bandwurmbefall, Folsäureantagonisten
GesamteiweißMultiples Myelom, Morbus Waldenström, evtl. bei chronischen Entzündungen, Sarkoidose, relativ bei ExsikkoseMalnutrition, Malassimilation, nephrotisches
Syndrom, chronische Infektionen,
schwere Leberkrankheiten,
exsudative Enteropathie, Malignome,
Hyperthyreose, Überwässerung
γGTErhöht bei Alkoholabusus, Fettleber, Stauungsleber und anderen Leberschäden, intra- und extrahepatischer Cholestase (bei alkoholtox. Fettleber und Cholestase höher als GOT und GPT)
GOT (AST)Erhöht bei akuter Hepatitis, chronisch aktiver Hepatitis, anderen Leberschäden, Cholestase, Myokardinfarkt, Myopathien
GPT (ALT)Erhöht bei akuter Hepatitis, chronisch aktiver Hepatitis, anderen Leberschäden, Cholestase
Hämatokrit
(Hk), Hämoglobin
Exsikkose, Polyglobulie,
Polycythämia vera
Anämien unterschiedlicher Genese,
Überwässerung
Haptoglobinakut entzündliche oder neoplastische Prozesse, NekrosenHämolyse, chronische Lebererkrankungen
HarnsäureErhöht bei primärer Gicht, sekundärer Hyperurikämie
HarnstoffAkute und chronische Niereninsuffizienz, Exsikkose, erhöhter Eiweißkatabolismus (z. B. Sepsis, Tumoren, Magen-Darm-Blutung)Eiweißarme Ernährung, Malassimilation,
schwere Leberinsuffizienz, Überwässerung
α-HBDHErhöht bei Myokardinfarkt, Myokarditis, Lungenembolie, Leberparenchymschaden, Hämolyse
Kalium
Kalzium
KreatininAkute oder chronische Niereninsuffizienz,
Rhabdomyolyse
Muskelatrophie
KupferAkute und schwere chronische Infektionen, Malignome, Anämien, Leberzirrhose, Cholestase, Schwangerschaft, ÖstrogentherapieMorbus Wilson (im Urin erhöht),
Malnutrition
LDHErhöht bei Myokardinfarkt, Lungenembolie (u. a. Organinfarkten), Hämolyse, Leberparenchymschaden, Malignomen, Myopathien
LAPErhöht bei chronischen Lebererkrankungen, akuter Hepatitis, intra- und extrahepatischer Cholestase, Cholangitis, Malignomen
Leukozyten
LipaseErhöht bei akuter Pankreatitis, perforiertem oder penetrierendem Ulkus, Obstruktionen des Ductus pancreaticus, Niereninsuffizienz
Lipoprotein(a)Wenn >30 mg/dl: erhöhtes Arterioskleroserisiko
PTTErhöht bei Heparintherapie, schweren Lebererkrankungen, Verbrauchskoagulopathie,
Hämophilie A und B.
PhosphatAkute oder chronische Niereninsuffizienz, Vitamin D-Überdosierung, Rhabdomyolyse, Malignome, Azidose, körperliche AnstrengungAlkoholismus, Therapie der diabetischen Ketoazidose, Sepsis, respiratorische Alkalose, Vitamin D-Mangel, Hyperparathyreoidismus, Malassimilation
Procalcitonin
(PCT)
Erhöht bei systemischen und septisch verlaufenden Infektionen durch
Bakterien, Pilze oder Parasiten sowie bei Multiorganversagen. PCT-Spiegel
korrelieren dabei mit der Entzündungsaktivität und der Schwere des
Krankheitsbildes. Nach Überwindung der Infektion rasche Normalisierung.
Bei chronischen Erkrankungen oder Virusinfekten keine oder nur geringe
Erhöhung
PSAErhöht bei Prostatakarzinom, Prostatamassage und -biopsie
Retikulozyten*Blutverlust, Hypoxie, hämolytische Anämien, Therapie der Eisen-, Vitamin B12- und FolsäuremangelanämieAplastische Anämie, Knochenmarkinfiltration, myelodysplastisches Syndrom, megaloblastäre Anämie, Thalassämie, Zytostatika, Radiatio
Rheumafaktor
(Latex)
Erhöht bei rheumatoider Arthritis (80 %), oft auch bei Lupus erythematodes,
Sjögren Syndrom, systemischer Sklerose, subakuter bakterieller Endokarditis,
Mononukleose, akuter Virushepatitis, Tbc, Lues, Sarkoidose, primär
biliärer Zirrhose, Morbus Waldenström, Gesunden
ThrombinzeitErhöht bei Heparintherapie, schweren Lebererkrankungen, Verbrauchskoagulopathie
Thromboplastinzeit (Quick)Erniedrigt bei Cumarintherapie, Vitamin K-Mangel, schweren Lebererkrankungen, Verbrauchskoagulopathie, angeborenem Faktorenmangel
ThrombozytenAkute und chronische Entzündungen, Malignome, nach Splenektomie, myeloproliferative Erkrankungen, essentielle Thrombozythämie, akute Blutung, chronischer Eisenverlust, Hämolysen, Glukokortikoidtherapie, postoperativ
TransferrinEisenmangel, SchwangerschaftEntzündungen, Malignome, nephrotisches Syndrom, Hämochromatose, Leberzirrhose
Achtung: *Bei einer Anämie ist die prozentuale Retikulozytenzahl hämatokrit-abhängig zu
korrigieren:
Korrigierte Retikulozytenzahl = Retikulozyten (‰) q Patienten-Hkt/0,45 (Normal-Hkt)

Weiterführende Literatur: Quellen und interessante Links

  • https://flexikon.doccheck.com/de/Differentialblutbild
  • https://de.wikipedia.org/wiki/Differentialblutbild
  • http://www.gesundheits-lexikon.com/Labormedizin-Labordiagnostik/Blutbild/Grosses-Blutbild-Differentialblutbild-.html
Differentialblutbild

Differentialblutbild

Differentialblutbild – Werte der Leukozyten-Analyse
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Autoren & Experten:
Wissenschaftlicher Beirat: Prof. Dr. med. Hermann Eichstädt, Berlin. Facharzt Innere Medizin & Kardiologie, Lebenszeitprofessor i.R. der Charité Berlin. Geschäftsführender Vorstand der Berlin- brandenburgischen Gesellschaft für Herz- und Kreislauferkrankungen e.V.
Journalist: Horst K. Berghäuser
Heilpraktiker: Felix Teske

Literatur, Quellen und Verweise:
Rationelle Diagnostik und Therapie in der Inneren Medizin
Thieme Verlag
Praktische Labordiagnostik - Lehrbuch zur Laboratoriumsmedizin, klinischen Chemie und Hämatologie
Grönemeyers Buch der Gesundheit
Hallesche Krankenversicherung

Letzte Änderungen auf dieser Seite fanden am 01.05.2019 statt.