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Eiweiße (Proteine)

Eiweiss und Proteine

Eiweiss und Proteine

Der menschliche Körper besteht zu fast 20 Prozent aus Eiweiß. Es ist der Grundbaustein fast jedes Körpergewebes und auch an jedem Stoffwechselvorgang beteiligt. Wechselnde Kombinationen aus 20 winzigen Bausteinen, den Aminosäuren, bilden eine große Vielfalt von Eiweißen. Es muss laufend als Nahrung zugeführt werden. Ein Büromensch braucht etwa ein Gramm Eiweiß pro Tag und Kilogramm Körpergewicht, Sportler und Schwerarbeiter mehr. Eiweiße sind wahre Allround-Genies: Sie sind für die Gerüstbildung des Bindegewebes ebenso zuständig wie für die Funktion des Immunsystems sowie die Erneuerung und Reparatur von Zellen. Die Menge des Eiweißes im Blut kann einerseits als Gesamtheit (Gesamteiweiß) oder differenziert auf dem Weg der Elektrophorese gemessen werden, andererseits indirekt anhand ihres Abbauprodukts, des Harnstoffs.

Gesamteiweiß

Über 100 Eiweißarten finden sich im Blutplasma: Sie bringen Nährstoffe, Hormone und Sauerstoff zu den Zellen und versorgen Blut und Gewebe mit Flüssigkeit. Das Blutserum enthält vor allem die als Hormone, Enzyme und Antikörper tätigen Eiweiße. Bei starkem Eiweißmangel kommt es zur Ödembildung (Flüssigkeitseinlagerung), etwa zu geschwollenen Fußknöcheln.

Erhöhtes Gesamteiweiß (Hyperproteinämie)

  • Leberzirrhose
  • Chronisch entzündliche Erkrankungen wie Malaria, Lungentuberkulose, Syphilis
  • Blutkrebs (Plasmozytom)
  • Flüssigkeitsverluste wegen Durchfällen, Erbrechen, Nierenversagen

Vermindertes Gesamteiweiß (Hypoproteinämie)

  • Antikörpermangel (angeborene oder erworbene Immunstörung)
  • Schwere Leberschädigung, etwa durch Virus-Hepatitis oder Gifte
  • Nahrungsmittelallergien, etwa gegen Getreide-Eiweiße (Zöliakie)
  • Darmerkrankungen mit chronischen Durchfällen und Eiweißverlust im Darm
  • Darmpolypen
  • Darmdivertikel (Ausstülpungen der Darmwand)
  • Tumorerkrankungen
  • Chronische Nierenentzündung
  • Schwere Hauterkrankungen, nässende Ekzeme

Eiweiß-Elektrophorese

Weicht der Gesamteiweiß-Wert von der Norm ab, prüft man, welche Eiweiße im Einzelnen daran beteiligt sind. Dazu werden die Serum- Eiweiße mithilfe von elektrischem Strom in Gruppen von Eiweißbausteinen getrennt und deren Konzentration separat erfasst. Auffälligkeiten lassen Rückschlüsse auf die Art der Störung im Körper zu (etwa organisch, bakteriell, Abwehrschwäche).

Untersucht werden:

  • Albumin: Das große Proteinmolekül ist als Transporteur für Nährstoffe, Hormone und Vitamine im Blut unterwegs. Es reguliert außerdem den Flüssigkeits- und Mineralstoff- austausch zwischen Blut und Zellen. Bei vielen Erkrankungen ist Albumin vermindert bei gleichzeitigem Anstieg einzelner Globuline (Eiweißkörper). Erhöhte Albumin-Werte treten meist nur nach starkem Flüssigkeitsverlust, etwa wegen eines Durchfalls, auf.
  • Alpha- und Beta-Globuline: Dies sind Eiweiße, die vor allem an der Blutgerinnung, am Transport von Kupfer und Vitamin A und an Entzündungen beteiligt sind. Als »Akute-Phase«-Proteine lösen sie den Erstalarm beim Eindringen von Erregern aus.
  • Gamma-Globuline: Zu ihnen gehören die Antikörper des Immunsystems. Sie werden bei Erregeralarm gezielt ins Blut geschickt.
EIWEISS CLEVER KOMBINIEREN
Eiweißreiche Lebensmittel wie Fleisch, aber auch Zucker, Stärke und andere Kohlenhydrate erhöhen die Säurebildung im Körper. Basische Lebensmittel neutralisieren den Säureüberschuss, Fett wirkt neutral. Kombinieren Sie also Schweinebraten oder Steak am besten nur mit Gemüse. Kohlenhydrate aus Reis, Spätzle oder Kartoffeln erhöhen die Säurebilanz ungünstig.

Verminderter Albumin-Wert

  • Akute und chronische Entzündungen
  • Verbrennungen
  • Lymphknotenkrebs, Tumoren
  • Leberzirrhose, Hepatitis
  • Nierenerkrankungen
  • Blutkrebs (Plasmozytom: Tumor aus antikörperproduzierenden Zellen)

REFERENZBEREICHE

  • Gesamteiweiß
    6,1—8,1 g/dl im Serum von Erwachsenen
  • Eiweiß-Elektrophorese
    Albumin: 55-68% (3,8-6,0 g/dl)
    Alpha-1-Globulin: 2-5 % (0,10-0,35 g/dl)
    Alpha-2-Globulin: 6-10% (0,30-0,85 g/dl)
    Beta-Globulin: 8-14% (0,50-1,10 g/dl)
    Gamma-Globulin: 10-20% (0,65-1,60 g/dl)
    Werte je nach Methode
Eiweiss und Proteine

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© https://pixabay.com/de/spiegeleier-brot-schinken-2796406/

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Autoren & Experten:
Wissenschaftlicher Beirat: Prof. Dr. med. Hermann Eichstädt, Berlin. Facharzt Innere Medizin & Kardiologie, Lebenszeitprofessor i.R. der Charité Berlin. Geschäftsführender Vorstand der Berlin- brandenburgischen Gesellschaft für Herz- und Kreislauferkrankungen e.V.
Journalist: Horst K. Berghäuser
Heilpraktiker: Felix Teske

Literatur, Quellen und Verweise:
Rationelle Diagnostik und Therapie in der Inneren Medizin
Thieme Verlag
Praktische Labordiagnostik - Lehrbuch zur Laboratoriumsmedizin, klinischen Chemie und Hämatologie
Grönemeyers Buch der Gesundheit
Hallesche Krankenversicherung

Letzte Änderungen auf dieser Seite fanden am 01.05.2019 statt.