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Eosinophile Granulozyten

Eosinophilie

© Quelle Wikipedia

Ihre ursprüngliche Aufgabe ist die Immunabwehr von Würmern und Parasiten. Sie sind ebenso an allergischen Abwehrreaktionen beteiligt, die bei Allergikern durch Allergene wie bestimmte Nahrungsmittel oder Blütenstaub (Pollen) fälschlich ausgelöst werden.

  • Etwa 3% der Granulozyten, rot anfärbbar
  • Wirken v.a. bei allergischen Erkrankungen mit, da sie Immunkomplexe (v.a. Allergen- IgE-Komplexe) phagozytieren können -> bei allergischen Erkrankungen, aber auch bei Parasitenbefall und bei beginnender Heilung von Infekten erhöht.

Granulozyten Werte

ZellartLeukozytenzahlpro µl Blut
Normalwert4300–10.800/μl
Stabkernige (neutrophile) Granulozyten0 bis 4%150–400/μl
Segmentkernige (neutrophile) Granulozyten45 bis 74%4.800–7.900/μl
Eosinophile Granulozyten0 bis 7%50–750/μl
Basophile Granulozyten0 bis 2%15–200/μl
Lymphozyten16–45 %1.700–4.800/μl
Monozyten4–10 %400–1.000/μl

Eosinophile und Neutrophile sind morphologisch ähnlich, haben ähnliche lysosomale Bestandteile, die Fähigkeit zur Phagozytose und einen oxidativen Stoffwechsel. Eosinophile exprimieren einen spezifischen Rezeptor und reagieren mit einem spezifischen Chemokin, dem Eotaxin. Die funktionelle Bedeutung der Eosinophilen ist weitgehend unbekannt. Sie haben eine längere Lebenszeit als die Neutrophilen und Gewebeeosinophile können rezirkulieren. Bei Infektionen sind Eosinophile meist nicht von großer Bedeutung. Bei invasiven Wurminfektionen (Hakenwurm, Schistosomiasis, Strongyloidiasis, Toxocariasis, Trichinose, Filariose, Echinokokkose und Zystizerkose) spielen Eosinophile allerdings eine zentrale Rolle. Außerdem sind sie an der Pathogenese von Bronchialasthma, Hautallergien und anderen Hypersensitivitätsreaktionen beteiligt.

Rote Farbe der eosinophile Granulozyten

Die charakteristische Rotfärbung der eosinophilen Granula in der May-Grünwald-Giemsa-Färbung ist bedingt durch ein argininreiches Protein mit Histaminaseaktivität. Es ist wichtig für die Abwehr von Parasiten. Die eosinophilen Granula enthalten außerdem eine Peroxidase, welche die Oxidation vieler Substrate durch Wasserstoffperoxid bewirkt und vermutlich die Abtötung von Mikroorganismen erleichtert.

Die Eosinophilenperoxidase initiiert in Gegenwart von Wasserstoffperoxid und Haliden in vitro die Mastzellsekretion und unterstützt die Entzündungsreaktion. Eosinophile enthalten kationische Proteine, von denen einige Heparin binden und die gerinnungshemmende Aktivität reduzieren. Neurotoxin und eosinophiles kationisches Protein aus Eosinophilen sind Ribonukleasen, die das Respiratory Syncytial Virus abtöten können. Das Zytoplasma der Eosinophilen enthält Charcot-Leyden-Kristalle, ein hexagonales bipyramidales Kristall, das erstmals bei einem Leukämiepatienten und später im Sputum von Patienten mit Asthma bronchiale nachgewiesen wurde. Bei diesem Protein handelt es sich um eine Lysophospholipase, welche Lysophospholipide entgiften kann.

Mehrere Faktoren können die Funktion der Eosinophilen steigern. T-zelluläre Faktoren erhöhen die Fähigkeit der Eosinophilen, Parasiten abzutöten. Der aus den Mastzellen stammende eosinophile chemotaktische Faktor der Anaphylaxie (ECFa) steigert die Anzahl von Komplementrezeptoren auf den Eosinophilen und damit ihre Fähigkeit zur Abtötung von Parasiten. Makrophagen produzieren Eosinophilen-Kolonie-stimulierende Faktoren (z. B. IL-5), welche die Bildung von Eosinophilen im Knochenmark steigern und die Eosinophilen aktivieren, sodass sie Parasiten abtöten.

Erhöhte eosinophile Granulozyten (Eosinophilie)

  • Allergische Reaktionen wie Asthma, Milben- oder Nahrungsmittelallergie, Neurodermitis
  • Wurm-, Pilz- oder Parasitenbefall
  • Heilphase nach Infektionen
  • Hauterkrankungen wie Schuppenflechte
  • Medikamente wie Penicillin, Acetylsalicylsäure (ASS)
  • Bestimmte Infektionskrankheiten (Scharlach, Ruhr, Masern)

Verminderte eosinophile Granulozyten (Eosinopenie)

  • Schwere akute Infektionen: Blutvergiftung, Typhus, Peritonitis (Bauchfellentzündung)
  • Lungenentzündung
  • Hormonbehandlung
  • Erkrankungen der hormonproduzierenden Drüsen (Nebenniere, Hypophyse)
Eosinophilie

Eosinophile unter einem Mikroskop aus einem Blutausstrich.
© Quelle Wikipedia

Eosinophile Granulozyten
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Autoren & Experten:
Wissenschaftlicher Beirat: Prof. Dr. med. Hermann Eichstädt, Berlin. Facharzt Innere Medizin & Kardiologie, Lebenszeitprofessor i.R. der Charité Berlin. Geschäftsführender Vorstand der Berlin- brandenburgischen Gesellschaft für Herz- und Kreislauferkrankungen e.V.
Journalist: Horst K. Berghäuser
Heilpraktiker: Felix Teske

Literatur, Quellen und Verweise:
Rationelle Diagnostik und Therapie in der Inneren Medizin
Thieme Verlag
Praktische Labordiagnostik - Lehrbuch zur Laboratoriumsmedizin, klinischen Chemie und Hämatologie
Grönemeyers Buch der Gesundheit
Hallesche Krankenversicherung

Letzte Änderungen auf dieser Seite fanden am 01.05.2019 statt.