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Warum bekommt man Fieber?

FieberFieber bezeichnet nicht etwa eine Krankheit, sondern in erster Linie die Erhöhung der Körper eigenen Temperatur. Das Symptom tritt als Begleiterscheinung zahlreicher Krankheiten auf und entsteht durch die Abwehrreaktion des Körpers auf diese Krankheiten.

Wenn sich die Körper-Temperatur erhöht, signalisiert dies eine Bekämpfung der Erreger durch das Immunsystem.

Warum bekomme ich immer Fieber?

In der Regel liegt die durchschnittliche Temperatur des menschlichen Körpers bei etwa 36 °C. Während eine geringfügige Erhöhung bis ca. 38 °C noch nicht als kritisch betrachtet wird, spricht man bereits ab 39 °C von hohem Fieber. Um die exakte Körpertemperatur zu bestimmen, bieten sich verschiedene Körperstellen an. Die genaueste Methode ist eine Messung im Enddarm, doch auch unter der Zunge oder den Achselhöhlen kann gemessen werden.

Was tun bei Fieber?

Bettruhe ist erforderlich, bis man sicher (etwa drei Tage) fieberfrei ist. Wichtig ist auch Trinken, wobei die Flüssigkeit etwa Zimmertemperatur haben sollte (kühlt zusätzlich). Kindern und älteren Menschen muss unter Umständen löffelweise Wasser oder Tee eingeflößt werden. Gut vertragen wird meist eine betont leichte Kost wie z.B. eine Reissuppe oder Brühe.

Wadenwickel können helfen und sind als Hausmittel bekannt, Fieber zu senken. Fiebersenkende Mittel sollten nur in Rücksprache mit einem Arzt eingenommen werden. Ab 40 °C oder mehr Fieber, oder bei gefährdeten oder geschwächten Personen gehört immer in ärztliche Behandlung.

Wie gefährlich ist Fieber?

Das Fieber an sich ist lediglich ein Risiko für vorgeschädigte Patienten (Erkrankungen des Herzens und des Kreislaufs, der Lunge usw.). Ansonsten beeinflusst es die Abwehrmechanismen des Körpers günstig und man sollte daher fiebersenkende Maßnahmen nur überlegt  einsetzen. Auf jeden Fall ist bei fieberhaften Erkrankungen Bettruhe angezeigt. Bei noch nicht geklärter Diagnose sollte man auf Fiebersenkung verzichten, um kein Symptom zu verschleiern. Schwere Erkrankungen – wie z.B. eine Lungenentzündung – können durch Fiebersenkung verkannt werden, was zu einer gefährlichen Verzögerung der Behandlung führen kann.

Ursachen zu hoher Temperatur

Für Fieber gibt es verschiedene Ursachen. In vielen Fällen ist eine erhöhte Körpertemperatur ein Zeichen für eine Infektion mit Bakterien oder Viren. Klassische Erkrankungen, die zu erhöhter Temperatur führen, sind beispielsweise Erkältung, Blasenentzündung oder Bronchitis. In der Regel treten bei diesen Krankheiten neben Fieber auch Schüttelfrost sowie Kopf- und Gliederschmerzen auf.

Da eine erhöhte Temperatur prinzipiell als Abwehrreaktion des Körpers zu verstehen ist, muss es sich bei erhöhter Körpertemperatur nicht zwangsläufig um eine ernsthafte Erkrankung handeln. Vielmehr fordert der Körper bei Fieber, dass er sich in Ruhe mit den eingedrungenen Erregern auseinandersetzen kann.

Sowohl Bakterien als auch Viren kommen als indirekte Ursache infrage. Durch den Anstieg der Körpertemperatur werden diese daran gehindert, sich im Körper weiter zu verbreiten. Außerdem werden die körperinternen Stoffwechselvorgänge in Gang gebracht, um die Abwehr des Immunsystems zu verbessern. Da die Ursachen von Fieber so verschieden und zahlreich sind, sollte bei einer Erhöhung der Körpertemperatur auf mehr als 38 °C die Suche nach dem Auslöser in Angriff genommen werden. Infrage kommen neben den üblichen Infektionskrankheiten auch Infektionen an den Genitalien, eine Blinddarmentzündung oder eine Schilddrüsenüberfunktion.

So kann Fieber bekämpft werden

Bei der Bekämpfung von erhöhter Temperatur sollte man sich darüber im Klaren sein, dass eine erhöhte Körpertemperatur an sich lediglich eine „gesunde“ Abwehrreaktion des Immunsystems ist und die Einnahme fiebersenkender Mittel gegebenenfalls kontraproduktiv sein könnte. Durch die vom Körper angestrebte Überhitzung sterben viele Bakterien und andere Erreger ab.

Zur Fiebersenkung gibt es eine Vielzahl verschiedener Methoden. Bei Fieber unter 39 °C kann je nach Zustand des Patienten ein kalter Wadenwickel oder ein Kühlakku schon Abhilfe schaffen. Tritt die gewünschte Absenkung der Körpertemperatur trotz dieser Maßnahmen nicht ein, können fiebersenkende Medikamente zum Einsatz kommen.

Fieber-Tabelle

Fieber Tabelle

Auch das Trinken von Lindenblüten- oder Holundertee kann hilfreich sein, generell sollte bei erhöhter Temperatur die Flüssigkeitseinnahme gesteigert werden, um schädliche Erreger auszuscheiden.

Anhänger komplementärer Verfahren empfehlen zudem die Erhöhung der Temperatur zur Fieberbekämpfung. Hier können beispielsweise Saunabesuche oder Fußbäder zum Einsatz kommen. Die Wirksamkeit dieser paradox klingenden Behandlungsmethode ist jedoch nicht erwiesen.

Steht die Ursache fest, sollte nicht primär das Fieber, sondern der verantwortliche Erreger bekämpft werden. Bei einem bakteriell bedingten Erkrankung hilft zum Beispiel die Einnahme von Antibiotika, während zur Bekämpfung von Pilzen Antimykotika empfohlen werden.

Verschiedene Fieberarten

Erhöhte Temperatur kann sich in verschiedenen Mustern äußern. Diese Muster lassen Rückschlüsse auf die verantwortlichen Erreger zu und können daher zur Diagnose genutzt werden. Sinnvoll ist die Auftragung der Körpertemperatur über der Zeit in regelmäßigen Abständen. Typische Fiebermuster sind beispielsweise das kontinuierliche Fieber (gleichbleibende Temperatur), intermittierendes Fieber (stark schwankende Temperatur) oder das Wechselfieber (mit fieberfreien Tagen).

Fiebertypen

  1. Kontinualfieber: meist über 39 °C und nicht mehr als 1 °C schwankend; während Tagen; z.B. bei Typhus abdominalis, Fleckfieber, Brucellose, infektiöser Endokarditis, Virusinfektinen.
  2. Remittierendes Fieber: unterliegt stärkeren Schwankungen im Verlauf eines Tages, bleibt aber stehts über Normaltemperatur; meist abends höherals morgens. Hinweise auf Lokal- oder Hohlrauminfektionen, z.B. Sinusitis, Harnweginfektion, Segmentpneumonie.
  3. Intermittierendes Fieber: Im Tagesverlauf wechseln Fieberspitzen mit Fieberfreiheit oder gar Untertemperatur; (Schwankung = 1,5 °C); Hinweis auf pyogene Infektionen, evtl. schubweise Toxin- oder Erregereinschwemmung ins Blut (septisches Fieber, Abzessfieber).
  4. Rekurrierendes Fieber: kurze Fieberperioden, unterbrochen von einem bis mehreren fieberfreien Tagen, z.B. bei Malaria und Rückfallfieber.
  5. Undulierendes Fieber: wellenförmiger Verlauf der Fieberkurve über längeren Zeitraum. Langsamer Anstieg, hohes Fieber für einige Tage, Fieberabfall, fieberfreies Intervall über mehrere Tage, dann Wiederholung; Vorkommen bei Brucellose, Tularämie, M. Hodgkin (Pel-Ebstein-Fieber), Tumoren.
  6. Biphasisches Fieber: “Dromedarkurve”: Temperaturerhöhung in zwei Phasen, bei vielen Viruserkrankungen, aber auch bei Meningokokkensepsis, Leptospirose u.a.

Fieber erfolgreich behandeln

Fieber ist eine natürliche Abwehrreaktion des Körpers gegen Krankheiten. Deshalb empfiehlt es sich oft nicht, das Fieber sofort zu bekämpfen. Erst sollte man seine Ursache kennen.

Fieber an sich ist keine Krankheit, sondern eine Abwehrreaktion gegen Keime, Viren und Bakterien, die Krankheiten auslösen. Das Fieber hat die Funktion, die gefährlichen Krankheitserreger abzutöten. Während des Fiebers verbraucht der Körper jedoch viel Energie. Vor allem wenn die Temperatur sehr hoch steigt, das heißt deutlich über 39 Grad, empfiehlt es sich deshalb, das Fieber zu senken und die Krankheitserreger mit Therapien und Medikamenten zu bekämpfen.

Achtung bei Dehydrierung: Viel Ruhe und ausreichend trinken

Bei erhöhter Temperatur kommt es schnell zu Dehydrierungen und der Körper hat einen erhöhten Flüssigkeitsbedarf. Deshalb sollte man während des Fiebers besonders viel trinken. Die Getränke löschen nicht nur den Durst, sondern unterstützen und beschleunigen auch die Entgiftung. Im günstigsten Fall wird so die Ursache des Fiebers beseitigt und die Körpertemperatur kann wieder sinken. Weil im Fieber die Stoffwechselvorgänge beschleunigt ablaufen, verbraucht der Körper in kürzester Zeit viel Energie und ist schnell matt und geschwächt. Deshalb ist es besser, bei Fieber körperliche und geistige Anstrengungen zu vermeiden. Ansonsten können Schwächeanfälle und Schwindel auftreten.

Fiebersenkende Arzneimittel, Naturheilkunde und Wadenwickel

Fieber beeinträchtigt nicht nur das allgemeine Wohlbefinden, sondern es ist auch eine Belastung für den Organismus und kann gefährliche Nebeneffekte wie eine Dehydrierung oder eine Beschleunigung der Herzfrequenz mit sich bringen. Deshalb werden bei Fieber oft fiebersenkende Arzneimittel verschrieben, während parallel die Ursache des Fiebers gefunden und behandelt werden muss. Oft ist eine Erkältung der Grund für dieerhöhter Temperatur und es werden Medikamente verabreicht, die nicht nur gegen die erhöhte Temperatur selbst wirken, sondern auch gegen Kopf- oder Gliederschmerzen.

Fiebersenkende Arzneimittel (Antipyretika) sind beispielsweise Acetylsalicylsäure, Analgin, Ibuprofen, Metamizol oder Paracetamol. Als Naturheilmittel gilt Weidenrinde. Das in ihr enthaltene Salicin wandelt der Körperstoffwechsel in Salicylsäure um, die eine ähnliche Wirkung wie Acetylsalicylsäure hat. Weit verbreitet ist die Annahme, dass man mit kühlenden Wadenwickeln die erhöhte Temperatur erfolgreich behandeln kann.

Doch bei dieser Methode wird der Temperatursollwert nicht normalisiert und der Körper versucht, die Abkühlung wieder auszugleichen, wobei er viel Energie verbraucht. Deshalb sind Wadenwickel nur dann sinnvoll, wenn die Temperatur gleichzeitig mit Medikamenten gesenkt wird. Wenn dass Fieber nicht mehr nur im Körperinneren ist, sondern die hohe Temperatur bereits nach außen gedrungen ist und der Patient vor Hitze glüht, sind kühlende Wadenwickel ebenfalls sinnvoll. Sie leiten überschüssige Wärme ab und können die erhöhte Temperatur um etwa 0,5 bis 1 Grad senken.

Erfolgreiche Fieberbehandlung durch Bekämpfung der Ursache

Auch mithilfe der Komplementärmedizin will man erhöhte Temperatur erfolgreich behandeln. Dabei soll eine noch weitere Erhöhung der Temperatur der Fieberbekämpfung dienen. Empfohlen werden ansteigende Fußbäder, Saunas und heiße Tees. Die Wirksamkeit solcher Maßnahmen ist jedoch fraglich. Die sinnvollste Behandlung des Fiebers besteht darin, die Ursache des Fiebers zu bekämpfen. Dazu ist es in der Regel notwendig, ärztlichen Rat einzuholen. Bei bakteriellen Ursachen kann man mit Antibiotika das Fieber erfolgreich behandeln. Bei Virusinfektionen können Virostatika helfena. Falls festgestellt wird, dass Pilze die Ursache für die erhöhte Temperatur sind, werden Antimykotika eingesetzt.

Ab wann habe ich erhöhte Körpertemperatur?

Von der Körper – Temperatur (Fieber) wird sowohl bei Menschen als auch bei Tieren gesprochen. Gemeint ist damit im Normalfall diejenige Temperatur, die im Inneren des Körpers vorherrscht. Diese Temperatur wird demzufolge vom Arzt auch als erhöhte Körpertemperatur  bezeichnet. Dafür gibt es Medikamente!

Darüber hinaus gibt es auch noch eine Oberflächentemperatur, die auf der Haut vorhanden ist. Diese Temperatur ist zum Teil deutlich geringer als die Körperkerntemperatur, mit der in erster Linie die Temperatur der inneren Organe gemeint ist. Im Bereich der Säugetiere gibt es zwei Arten, wenn es um die Erhaltung der Temperatur des Körpers geht. Es wird hier zwischen den gleichwarmen und den wechselwarmen Lebewesen unterschieden. Bei den gleichwarmen Lebewesen, zu denen neben dem Menschen auch fast alle anderen Säugetiere zählen, regulieren die Temperatur des Körpers selbst, um einen konstanten Sollwert zu erreichen. Bei den wechselwarmen Lebewesen gibt es hingegen keinen konstanten Temperaturwert.

Die erhöhte Körpertemperatur beim Menschen

Bei einem gesunden Menschen ist die Kerntemperatur dann im Normalbereich, falls sie sich zwischen 35,8 und 37,2 Grad Celsius bewegt. Gemessen wird diese Kerntemperatur mit einem Fieberthermometer. Den genauesten Wert erhalten Sie bei der rektalen Messung. Mögliche andere Messpunkte sind im Mund, unter den Achseln oder auch im Ohr. Bei diesen Messpunkten kommt es jedoch meistens zu kleineren Abweichungen. So ist die im Mund (unter der Zunge) oder unter den Achseln gemessene Temperatur zum Beispiel um bis zu 0,5 Grad niedriger als die Kerntemperatur, die rektal gemessen würde. Während des Tages ist die Körpertemperatur des Menschen fast stetig gewissen Schwankungen unterlegen.

In der Nacht ist die Temperatur in der Regel am niedrigsten und kann durchaus schon einmal auf unter 35,8 Grad sinken. Auf der anderen Seite kann die Temperatur bei größeren körperlichen Aktivitäten teilweise um bis zu zwei Grad über dem Normalwert liegen, also bis zu 39 Grad betragen.

Warum beträgt die Körpertemperatur rund 37 Grad?

Bei fast allen gleichwarmen Lebewesen findet sich eine ähnliche Temperatur vor, die je nach Art zwischen 37 und 39 Grad beträgt. Wissenschaftler sind heute der Auffassung, dass die gleich hoch bleibende Temperatur den großen Vorteil hat, dass Mensch und Tier auf diese Weise deutlich weniger abhängig von der Temperatur sind, wie sie in der Umgebung vorherrscht. Das führt unter anderem dazu, dass die Warmblüter auch im Winter aktiv sein können, da die Temperatur des Körpers reguliert wird. Der Nachteil der konstanten Temperatur ist allerdings, dass ein vermehrtes Maß an Energie benötigt wird, um die Körpertemperatur aufrecht zu erhalten.

Die Körpertemperatur in der Medizin

In der Medizin ist die erhöhte Körperkerntemperatur ein sehr wichtiger Indikator. Denn liegt die Temperatur über einen etwas längeren Zeitraum außerhalb des Normbereichs, deutet dies oftmals auf eine Erkrankung hin. Dabei gibt es sowohl im unteren als auch im oberen Temperaturbereich kritische Werte zu beachten. Als unterste Grenze zum Tod gilt eine Kerntemperatur (je nach Dauer) zwischen 20 und 26 Grad Celsius, während eine Obergrenze von 44 Grad mitunter noch für kurze Zeit zu verkraften ist. Allerdings kann es bereits ab einer Temperatur von 42 Grad zum Kreislaufversagen kommen. Ab 40 Grad Celsius wird von sehr hohem Fieber gesprochen, das meistens zwingend behandelt werden sollte. Oftmals ist hohes Fieber ein Anzeichen für eine Infektion im Körper.

Fieber

Kind mit Fieber

 

© Parinya Binsuk 123rf.com, Peter Hermes Furian 123rf.com

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Letzte Änderungen auf dieser Seite fanden am 29.10.2018 statt.












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