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Harnstoff – Harnsäure

In Reinform besteht der farb- und geruchlose Harnstoff aus Kristallen. Bei Gicht wirken sie in den Gelenken wie Sand im Getriebe.

Unterschied zwischen Harnsäure und Harnstoff

Die Harnsäure wird häufig mit dem Harnstoff verwechselt.

Harnsäure ist ein Abbauprodukt des Purin-Stoffwechsels und wird hauptsächlich über die Nieren, aber auch über den Darm, Schweiß und Speichel ausgeschieden. Purin ist ein wesentliches Element in der Bildung von Nukleinsäuren, den Grundbausteinen unserer DNA (Desoxyribonukleinsäure) – als Hauptträger der Zellinformation im Zellkern. Harnsäure bildet Kristalle, die bei Stoffwechselstörungen im Körper ausfällen können und als Nierensteine irgendwann kolikartige Schmerzen auslösen oder im Gelenk einen Gichtanfall verursachen. Harnsäurekristalle lagern sich aber auch in Sehnenscheiden oder der Haut ab. Tierische Produkte enthalten viel Purin. Ein Harnsäureüberschuss im Blut kann u.a. entstehen, wenn dem Körper zu viel Purine angeboten werden, z.B. wenn über längere Zeit viel Fleisch verzehrt oder im Rahmen einer Diät durch viel Zellverlust Harnsäure frei wird. Auch bei bestimmten seltenen Krankheiten oder bei rasanter Gewebezerstörung wie bei der Tumorbehandlung durch Bestrahlung oder Chemotherapie nimmt die Harnsäurekonzentration zu.

Harnstoff (Urea) ist ein Abbauprodukt des Eiweiß- und Aminosäurenstoffwechsels, das den im Eiweiß gebundenen Stickstoff entsorgt. Hierbei verhindert die Leber durch die Bildung von Harnstoff die Entstehung von giftigem Ammoniak. Harnstoff wird auch über die Nieren ausgeschieden.

Eine eingeschränkte Nierentätigkeit oder Nierenversagen führt zu einer Erhöhung von Harnstoff im Blut. Da Harnstoffeine hohe Wasserbindungskapazität hat, hat Urea sich in den vergangenen Jahren zu einem wichtigen Stoff in der medizinischen Hautpflege entwickelt. Es wirkt auch keroly- tisch, d. h. hornhaut(auf)lösend. Medizinische Anwendung findet sie in Pasten gegen Nagelpilze oder in Hautpflegeprodukten z.B. bei trockener Haut, Ekzemen oder Diabetes mellitus. Harnstoff ist den meisten allerdings nur als das weltweit bedeutendste Stickstoffdüngemittel bekannt.

Der Harnstoff

Harnstoff

Harnstoff

Der Abbau von Eiweiß im Stoffwechsel geschieht stufenweise über Aminosäuren zu giftigem Ammoniak, der von einer gesunden Leber sofort in den ungiftigen Harnstoff umgewandelt wird. Aus drei Gramm Eiweiß entsteht bei diesem Vorgang ein Gramm Harnstoff. Er wird von den Nieren aus dem Blut gefiltert und mit dem Urin ausgeschieden. Harnstoff ist in gewisser Menge für die Haut (zur Auflösung von Verhornungen) wichtig.

Die Harnstoffkonzentration im Blut hängt einerseits davon ab, wie eiweißreich die Nahrung ist und andererseits davon, wie gut Leber und Nieren arbeiten. Steigt der Harnstoff-Wert im Blutserum an, ist die Nierenfunktion bereits um ein Viertel verringert.

Erhöhter Harnstoff-Wert

  • Akutes Nierenversagen, chronische Nierenschwäche
  • Austrocknung, etwa nach Erbrechen oder Durchfall
  • Prostata-Entzündung (Prostatitis)
  • Harnwegsverschluss, etwa durch Harnsteine oder Tumoren
  • Zu eiweißhaltige Ernährung
  • Ascorbinsäure (Vitamin C)

Verminderter Harnstoff-Wert

  • Zöliakie
  • Leberschäden, etwa Leberfibrose
  • Störungen der Nährstoffaufnahme

REFERENZBEREICHE

  • Harnstoff
    Frauen: 15-43 mg/dl,
    Männer: 18-55 mg/dl im Serum von Erwachsenen;
    altersabhängige Schwankungen
  • Harnsäure
    Frauen
    : 2,4-5,7 mg/dl
    Männer: 3,4-7,0 mg/dl
    im Serum von Erwachsenen;
    bei Männern gilt 7,0 mg/dl als Schwellenwert für ein erhöhtes Krankheitsrisiko

Harnsäure

Harnsäure ist das Endprodukt des körpereigenen Abbaus von Purinen. Dabei handelt es sich um organische Stickstoffverbindungen, die in jeder Zelle als Bausteine der Erbinformation im Zellkern und beim Energiestoffwechsel als Träger chemischer Energie dienen. Daher sind sie ausschließlich in tierischen Nahrungsmitteln enthalten.

Die Harnsäure wird von den Nieren aus dem Blut gefiltert und im Urin ausgeschieden. Die Konzentration im Blut ist abhängig von Alter, Geschlecht und Ernährung sowie Nieren- und Darmfunktion. Purin-»Bomben« sind Fleisch, Wurstwaren und Alkohol. Ein ständig erhöhter Harnsäure-Wert gilt als Risikofaktor für Schäden an Herz, Nieren und Gelenken (Gicht).

Erhöhter Harnsäure-Wert (Hyperurikämie)

  • Gicht
  • Diabetes
  • Akutes und chronisches Nierenversagen, Nierensteine
  • Überfunktion von Schilddrüse und Nebenschilddrüsen
  • Medikamente wie Kortison oder Magensäureblocker
  • Chemo- oder Strahlentherapie
  • Tumorerkrankungen
  • Leukämie
  • Bluthochdruck
  • Fasten

Verminderter Harnsäure-Wert

  • Störungen der Nierenfunktion, vermehrte Ausscheidung
  • Schwere Lebererkrankungen
  • Röntgenkontrastmittel
  • Östrogene
  • Schwermetallvergiftung
  • Medikamente, etwa Salicylate, Antirheumatika oder bestimmte Hustenmittel

Gicht

Hinter der Gicht steckt eine Störung des Stoffwechsels: Entweder wird zu viel Harnsäure produziert oder sie kann wegen einer Funktionsstörung von Niere oder Darm nur unzureichend ausgeschieden werden. Die Folge: Überschüssige Harnsäure lagert sich in Form von Kristallen in den Gelenken ab und löst äußerst schmerzhafte Entzündungsschübe aus. Typische Warnzeichen sind frühmorgendliche Schmerzen im Großzehengelenk, seltener im Sprung-, Hand- oder Kniegelenk. Die Gelenke sind gerötet und geschwollen. Häufigste Ursache ist ein Übermaß an purinreicher Nahrung wie Fleisch und Wurstwaren.

Beugen Sie der Gicht vor, indem Sie den Genuss von Alkohol und den Verzehr von Wurst, Innereien, Bierhefe und Forelle reduzieren. Trinken Sie viel Mineralwasser oder Brennnesseltee und essen Sie viel Obst und Gemüse: Das unterstützt die Nieren beim Ausscheiden der Harnsäure.

Harnstoff

Harnstoff

Harnstoff – Harnsäure
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Letzte Änderungen auf dieser Seite fanden am 29.10.2018 statt.












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