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Die Leber verstehen – leicht verständlich erklärt

die LeberDie Leber ist lebenswichtig, denn ständig gelangen Stoffe in den Blutkreislauf, sei es über die Nahrung, die Atmung, die Haut oder als Medikamente. Der Organismus versucht dann schnellstmöglich, diese Stoffe abzubauen, zu verwerten, zu speichern oder auszuscheiden.

Dafür müssen sie zersetzt, umgewandelt und gefiltert werden. Die Leber spielt bei diesem lebenswichtigen Vorgang, dem “Stoffwechsel”, eine zentrale Rolle. Sie ist der Filter des Körpers. Ein Leben ohne Leber ist nicht möglich.

Schon seit Urzeiten weiß man, dass sich die Leber von Strapazen schnell erholt: In der griechischen Mythologie hackt ein Adler Prometheus täglich Stücke aus der Leber – und sie bildet sich immer wieder nach. Etwa 1,5 Kilogramm wiegt die Leber, die w Stoffwechsel- und Entgiftungszentrale des menschlichen Organismus. Sie wird aus dem Darm mit Substanzen beliefert, aus denen sie die “guten” herausfiltert:

Nährstoffe werden in Zucker und Energie umgewandelt, Kohlenhydrate für Notzeiten als Glykogen gespeichert, Bluteiweiße und Gallenflüssigkeit gebildet. Zusätzlich baut die Leber Fett und Alkohol ab und »entschärft« ankommende Gifte aus dem Darm. Streikt die Leber, fallt der Mensch ins Koma.

Krankheiten der Leber

Leber und Gallenblase

Weil es nur in der die Leber umhüllenden Kapsel Nerven gibt, nicht aber im Lebergewebe selbst, machen sich Funktionsstörungen der Leber erst sehr spät bemerkbar. Die Symptome sind dann Mattigkeit, Schmerzen im rechten Oberbauch, Erbrechen, Durchfall und Gewichtsverlust sowie Gelbfärbung von Augen und Öaut. Bei der Leberzirrhose gehen durch chronische Entzündungen Leberzellen zugrunde und werden durch Narbengewebe ersetzt. Die Leber schrumpft und verhärtet sich, Blut- und Lymphfluss sind gestört.

Die Ursachen solcher Leberschäden können Alkoholismus, Hepatitis-Viren, Medikamente und Stoffwechselerkrankungen sein. Oft geht dem eine Fettleber voraus. Dabei vergrößert sich die Leber durch Fetteinlagerung in die Zellen, etwa nach übermäßiger Zufuhr von Alkohol oder Medikamenten. Eine akute Leberentzündung (Hepatitis) wird meist von Hepatitis-Viren verursacht.

Leberwerte bei der Blutuntersuchung

AbkürzungBeschreibungNormwerte
Männer
Normwerte
Frauen
Mehr Info
APAlkalische Phosphatase40 - 130 U/l35 - 105 U/l
ASAT(GOT)Aspartat-Aminotransferase bis 50 U/l bis 35 U/lzu hoch
ALAT (GPT)Alanin-Aminotransferase bis 50 U/l bis 35 U/l
GLDHGlutamatdehydrogenasebis 7,0 U/lbis 5,0 U/l
γ-GT oder GGTγ-GT oder Gamma-GTbis 66 U/lbis 39 U/l
T-BilGesamt-Bilirubinbis 1,2 mg/dl
(20,5 µmol/l)
bis 1,2 mg/dl
(20,5 µmol/l)
d-BilDirektes Bilirubinbis 0,2 mg/dl
(3,4 µmol/l)
bis 0,2 mg/dl
(3,4 µmol/l)
i-BilIndirektes Bilirubinbis 1,0 mg/dl
(17,1 µmol/l)
bis 1,0 mg/dl
(17,1 µmol/l)
ChECholinesterase5,3 - 12,9 kU/l4,3 - 11,3 kU/l
TPZQuickwert70 - 120 %70 - 120 %
Experten Meinung: Die Alkalische Phosphatase zeigt, wie einige andere Werte auch, eine recht große Streubreite, die recht gut mit dem Organgewicht der Leber korreliert, also große Leber = höhere Normalwerte, kleine Leber= niedrigere Normalwerte. Deshalb zeigen Männer (größere Leber) auch höhere Niormalwerte. Bei solchen stark streuenden Werten geben wir deshalb klinisch nur den oberen Grenzwert an, also z. B. AP Männer < 130 U/l, Frauen < 105 U/l.

Den Körper und die Leber verstehen lernen

Die Leber eines Erwachsenen wiegt bis zu zwei Kilogramm. Sie ist (nach der Haut) das größte Organ im menschlichen Körper und zugleich die größte Drüse. Die Leber liegt im rechten Oberbauch, dort ist sie zum Teil gut geschützt durch den Rippenbogen. Die aus dem Darm in den Blutkreislauf aufgenommenen Nährstoffe werden als Erstes in die Leber geleitet. Über 500 unterschiedliche Ab-, Um- und Aufbauprozesse finden ständig in den Leberzellen statt, pro Stunde fließen 90 Liter Blut hindurch.

Die Leber besteht aus vielen Zellen, die entlang eines weitverzweigten Gefäßsystems in ihr angelegt sind. Sie wird über zwei große Blutgefäße durch das Blut mit den Stoffen versorgt, die sie verarbeitet: Die Leberarterie bringt den Sauerstoff aus der Lunge über das Herz schließlich auch zur Leber. Die Pfortader führt Nährstoffe zu, die aus dem Darm übernommen wurden. Mit Nährstoffen angereichertes Blut fließt aus der Leber über die Lebervenen in die untere Hohlvene ab. Über die Vene gelangt es zum Herzen und wird von dort mit dem sauerstoffreichen Blut im ganzen Körper verteilt.

Über diese Lebervene werden auch einige wasserlösliche Abfallstoffe aus der Leber ins Blut abgegeben, die später von der Niere aus dem Blut gefiltert werden und über den Urin ausgeschieden werden. Andere (fettlösliche) Abfallstoffe gelangen mit der Gallenflüssigkeit, die die Leber selbst herstellt, in den Darm und werden von dort über den Stuhlgang ausgeschieden. Die Leber produziert täglich etwa einen halben bis einen Liter dieser Gallenflüssigkeit, die für die Verdauung der Fette wichtig ist.

Lebertransplantation

Bei einer schweren akuten oder chronischen Erkrankung kann manchmal der Verlust der Leberfunktionen drohen. Dann wird gelegentlich eine Lebertransplantation in Betracht gezogen. Bei entsprechender Indikation – ggf. auch bei einer alkoholbedingten Erkrankung, dann aber nur unter ganz bestimmten Voraussetzungen – führt die Transplantation zu hervorragenden Ergebnissen. Die Patienten erreichen wieder eine normale Lebensqualität und sind durch den Eingriff in vielen Fällen “geheilt”.

Eine Transplantation wird heute in Deutschland an fast allen Universitätskliniken durchgeführt. Transplantiert wird entweder das Spenderorgan eines Verstorbenen, oder es kann eine sogenannte Lebendspende durchgeführt werden, bei der einem Familienangehörigen oder z. B. einem Freund unter bestimmten Voraussetzungen ein Teil der Leber entnommen wird. Die Bedingungen für eine Transplantation müssen sehr sorgfältig geprüft werden.

Leber Infografik

Leber Erkrankungen

Leber Erkrankungen und was Sie dagegen tun können. Grafik kostenlos downloaden und ausdrucken.

Die Leber hat einige überlebensnotwendige Aufgaben:

Entgiftung: Schadstoffe, Medikamentenreste, nicht verwertbare Stoffe und auch Alkohol werden hier abgebaut. Ein Zuviel an Alkohol oder Medikamenten (auch naturheilkundlichen Mitteln) kann die Leber auf Dauer schädigen. «Schadstoffe» und «Abfälle» aus dem Stoffwechsel sind z. B. verbrauchte Hormone, alte Blutkörperchen, Bakterienreste, defekte Blutzellen. Beim Stoffwechsel in den Muskelzellen und im Darm entstehen auch echte Gifte, so z. B. Ammoniak.

Speicherstation: Manche Stoffe müssen im Blut immer vorhanden sein. Sie werden dem Körper aber nicht unentwegt von außen zugeführt. Die Leber speichert sie deshalb und gibt sie immer wieder ans Blut ab, um ihre Konzentration im Blut möglichst im Gleichgewicht zu halten. Es werden z. B. bis zu 150 Gramm unlöslicher Speicherzucker (Glykogen) in der Leber gelagert und dem Blut bei Mangel zur Verfügung gestellt. Dies geschieht besonders nachts, um den Blutzuckerspiegel aufrechtzuerhalten. So verfahrt die Leber auch mit einigen gespeicherten Vitaminen und Fetten.

Produktion: Auch das Fett aus unserer Nahrung wird von der Leber verwertet, indem z. B. aus Fettbestandteilen in der Leber Cholesterin hergestellt wird. Cholesterin dient als Rohstoff vieler Hormone sowie der Gallensäuren und ist für die Funktion der Zellwände sowie im Nervenstoffwechsel wichtig. Außerdem werden hier verschiedene körpereigene Eiweißstoffe hergestellt, die bei der Abwehr von Krankheitserregern oder bei Verletzungen dringend benötigt werden, wie etwa die Blutgerinnungsstoffe.

Die Leber kann sich regenerieren

Einige Vitamine kann die Leber speichern: Vitamin A, D und B,,. Die meisten anderen, wie das wasserlösliche Vitamin C, müssen dem Körper regelmäßig zugeführt werden.

Die Leber hat eine besondere Regenerationsfähigkeit, sie kann ihr eigenes Gewebe erneuern und damit selbst nach einer schweren Erkrankung in ihrer Funktion wiederhergestellt werden. Deshalb können (z. B. bei einem Tumorleiden) bis zu 70 % der Leber entfernt werden – die Leber regeneriert nach wenigen Wochen und erreicht wieder die normale Größe.

Die Leberenzyme sind an allen Stoffwechselprozessen beteiligt. Eine Erhöhung muss keinen Krankheitswert haben. Bestimmte Medikamente erhöhen die Leberwerte. Aber bei schwerwiegenden Erkrankungen mit Zellschädigungen oder -Zerstörungen wie bei einer Hepatitis, Gallengangsentzündung, einem Gallenstau oder Krebs werden Enzyme freigesetzt. Die einzelnen Enzyme weisen, besonders im Verhältnis zueinander, häufig auf die Art und das Ausmaß einer Schädigung hin.

Aufbau der Leber

Die Leber liegt größtenteils im rechten Oberbauch. Sie schmiegt sich nach oben dem Zwerchfell an, mit dem sie hinten oben verwachsen ist. Ihre hintere und untere Fläche ist den Baucheingewiden zugewandt. Mit ihrem linken Lappen reicht sie bis an den Magen und damit in den linken Oberbauch. Sie hat eine Bindegewebskapsel und ist fast gänzlich von Bauchfell überzogen.

Äußerlich erkennt man vier Lappen. Von vorne sieht man den großen rechten Lappen (Lobus hepatis dexter) und den kleineren linken Lappen (Lobus hepatis sinister). Von der Eingeweideseite aus erkennt man zwei weitere, deutlich kleinere Lappen, den quadratischen Lobus quadratus und den geschwänzten Lobus caudatus.

Aufbau der Leber

Aufbau der Leber

Galle gilt als Bitterstoff

Galle ist seit Jahrhunderten als Bitterstoff bekannt. Sie ist eine Flüssigkeit, die von der Leber hergestellt wird. Die Galle spaltet die schwer verdaulichen Fettbestandteile der Nahrung. Außerdem regt sie die Bauchspeicheldrüse an, für die Verdauung notwendige Enzyme auszuschütten. Fette werden in feinste Tröpfchen zerlegt, damit sie von der Darmwand in den Blutkreislauf aufgenommen werden können. Neben Wasser besteht die Galle aus starken Säuren, Cholesterin und dem Bilirubin, einem Abbauprodukt des roten Blutfarbstoffes.

Die Gallenflüssigkeit speichert der Körper in einem bis zu zehn Zentimeter groß werdenden Reservoir, der Gallenblase. Diese hat die Form einer Birne und hängt meist abgeschlafft an der Unterseite der Leber im rechten Oberbauch. Sie kann bis zu 50 Milliliter Galle speichern. Damit möglichst viel Galle gespeichert werden kann, wird die Flüssigkeit eingedickt.

Gallenblase und Gallensteine

Die Gallenblase ist über den Gallengang mit der Leber und auch dem Zwölffingerdarm verbunden. Bei der Nahrungsaufnahme zieht sich die Gallenblase zusammen und gibt Galle in den Zwölffingerdarm ab. Dort wird sie zur Verdauung der Fette benötigt. Bemerkenswert ist, dass die Gallenblase nicht lebensnotwendig ist. Sie kann, ohne die Aufgaben der Galle bei der Verdauung zu stören, entfernt werden (z. B. bei Entzündungen oder dauerhaften Gallenkoliken).

Es kann Vorkommen, dass sich die Galle in der Gallenblase sehr stark eindickt, dann entstehen Gallensteine, wie sie zumeist (aber keineswegs nur) bei älteren Menschen manchmal zu finden sind.

Die Bauchspeicheldrüse, auch Pankreas genannt, befindet sich im Oberbauch hinter dem Magen. Sie ist eine Hormondrüse. In der Bauchspeicheldrüse liegen die sogenannten Langerhans-Inseln. Sie produzieren Insulin und den Gegenspieler Glukagon. Diese beiden 1 lormone senken oder erhöhen den Blutzuckerspiegel des Körpers. Ist die Insulinbildung gestört, kommt es zu einem krankhaften Anstieg des Blutzuckerspiegels. Das System der Bauchspeicheldrüse sondert einen enzymhaltigen Verdauungssaft ab, der in den Zwölffingerdarm mit den Säften des Magens und Dünndarms

die Leber

die Leber und ihre Aufgaben

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Die Leber
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Letzte Änderungen auf dieser Seite fanden am 29.10.2018 statt.