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Was ist eine Leberzirrhose?

Leberzirrhose

Bei einer Leberzirrhose wird das Lebergewebe zerstört, Bindegewebe und Narbengewebe bleiben zurück. |e mehr funktionsfähiges Lebergewebe fehlt, desto schlechter arbeitet die Leber. Eine Leberzirrhose entsteht am häufigsten durch übermäßigen Alkoholkonsum. Bis zu 300 Personen pro 100000 Einwohner sind betroffen! Männer leiden doppelt so häufig wie Frauen unter einer Leberzirrhose.

Welche Ursachen kann eine Leberzirrhose haben?

Es gibt zwei wesentliche und eine Reihe von seltenen Ursachen für die Erkrankung:

  • Langjähriger Alkoholmissbrauch: In Deutschland ist Alkoholismus die häufigste Ursache für eine Leberzirrhose. Alkohol wird in der Leber in Fett umgewandelt, das nicht vollständig aus den Zellen entfernt wird. Es bildet sich eine Fettleber. Die mit Fett überladenen Zellen entzünden sich nach einer gewissen Zeit und sterben ab. Außerdem entstehen beim Alkoholabbau Giftstoffe, die zusätzlich Gewebe zerstören.
  • Hepatitis-Erkrankungen: Patienten, die unter Hepatitis B und C leiden, können auch an einer Leberzirrhose erkranken. Eine Hepatitis ist in Deutschland die zweithäufigste Ursache für eine Leberzirrhose. Bei einer chronischen Hepatitis sterben die entzündeten Leberzellen ab und werden in narbiges Bindegewebe umgewandelt.
  • Seltene Ursachen: In Einzelfällen wird das Lebergewebe durch andere Leber- und Gallenerkrankungen (etwa Störungen des Autoimmunsystems), Störungen des Eisen-, Kupfer- und Fettstoffwechsels oder Tropenkrankheiten zerstört. Giftstoffe nie Tetrachlorkohlenstoff, Arsen oder bestimmte Medikamente (z.B. das Chemotherapeutikum Methotrexat) sind ebenfalls leberschädlich.

Welche Symptome deuten auf eine Leberzirrhose hin?

Die Beschwerden bei einer Leberzirrhose gliedern sich nach dem Stadium der Erkrankung.

Im Frühstadium zeigen sich Allgemeinsymptome wie:

  • Müdigkeit
  • Leistungsschwache
  • Appetitlosigkeit
  • Übelkeit
  • Gewichtsabnahme

Im Spätstadium treten die Anzeichen für eine Leberschädigung in den Vordergrund:

  • Gelbsucht (Ikterus)
  • Juckreiz
  • Spinnennetzartige, rote Äderchen auf der Haut (Spider naevi)
  • Rötung der Handinnenflächen
  • Milzvergrößerung
  • Wasseransammlung in den Beinen und im Bauch. Diese «Bauchwassersucht» (Aszites) entsteht durch Störungen des Eiweißhaushaltes.
Leberzirrhose
Unbehandelt führt eine Zirrhose durch den Zusammenbrach aller Leberfunktionen (Leberkoma) über unterschiedlich lang dauernde Zeiträume zum Tod.

Wie sieht der Krankheits-Verlauf einer Leberzirrhose aus?

Im Verlauf der Erkrankung sind Hormonstörungen möglich. Die Leber kann beispielsweise weibliche Hormone (Östrogene) nicht mehr abbauen. Bei Frauen kann dadurch die Regel ausbleiben oder der Zyklus unregelmäßig verlaufen. Da auch jeder Mann über einen geringen Anteil von Östrogenen verfügt, verursacht der Anstieg des Östrogenspiegels bei männlichen Patienten die Entwicklung von Brüsten, eine Verkleinerung der Hoden, die Abnahme des sexuellen Verlangens und Potenzstörungen.

Nicht wenige Patienten leben la

nge völlig beschwerdefrei. Oft entwickeln sich aber irgendwann dann doch lebensgefährliche Komplikationen: Behindern etwa Vernarbungen den Blutkreislauf in der Leber, sucht sich das Blut andere Wege. Es entstehen Umgehungskreisläufe, in denen ein hoher Blutdruck herrscht. Ein Teil des Blutes fließt dann in die Venen der unteren Speiseröhre. Durch den verstärkten Blutdruck entstehen hier Krampfadern in der Speiseröhre (Ösophagus-Varizen), die platzen und lebensbedrohliche Blutungen auslösen können, verbunden mit Bluterbrechen und/oder schwarzem Stuhlgang (Melaena).

Leberkrebs: Rund 80% aller Leberkrebsfalle werden durch eine Leberzirrhose verursacht. Pro Jahr erkranken fünf von 100 Patienten mit einer Leberzirrhose an einem Karzinom.

Hepatische Enzephalopathie: Diese Folgeerkrankung entsteht im Gehirn und wird durch Fehlfunktionen in der Leber verursacht. Die Leber baut nicht mehr alle Giftstoffe im Körper ab. Deshalb gelangen sie ungefiltert ins Blut und «vergiften» das Gehirn. Manche Stoffe wie Ammoniak schädigen die Gehirnzellen. F.s gibt unterschiedliche Entwicklungsstadien der Hepatischen Enzephalopathie mit verschiedenen Beschwerden: Die Patienten sind im Anfangsstadium schläfrig, langsam, leicht verwirrt und leiden unter Stimmungsschwankungen, wobei sich die Apathie im Spätstadium bis hin zum Koma (Leberausfall-Koma) steigern kann.

Wie wird eine Leberzirrhose diagnostiziert?

Der Arzt erfragt im Patientengespräch Lebensgewohnheiten wie Alkoholkonsum oder eventuelle Vorerkrankungen wie Leberentzündungen (Hepatitis). Wichtig sind auch Angaben zum Beruf und Sexualpartner, da manche Formen der Hepatitis durch Geschlechtsverkehr übertragen werden. Häufige Reisen ins Ausland,

die Arbeit in einem medizinischen Umfeld oder Erkrankungen des Sexualpartners können Hinweise auf die Ursache der Erkrankung geben.

Bei der körperlichen Untersuchung ertastet der Arzt die Lebergröße und -Oberfläche. Er prüft die Größe der Milz und klopft den Bauch auf Wasser im Bauchraum ab. Zusätzlich wird die Haut auf äußere Anzeichen wie Gelbfärbung, Spinnenäderchen oder Handrötung untersucht.

Das Ausmaß der Leberschädigung kann anhand einer Blutuntersuchung festgestellt werden. Dabei wird die Anzahl der Leberenzyme (z. B. GGT, GOT, GPT) im Blut kontrolliert. Diese Enzyme befinden sich normalerweise in den gesunden Leberzellen. Sind sie verstärkt im Blut zu finden, ist das ein Anzeichen für eine Schädigung der Leberzellen.

Im Blut von Leberzirrhose-Patienten sind dagegen die Stoffe, die von einer gesunden leber reichlich produziert werden, wie das Eiweiß Albumin und lebenswichtige Gerinnungsfaktoren, nur noch in geringem Umfang nachweisbar. Dafür nehmen Giftstoffe, die von der Leber nicht mehr gefiltert werden können, im Blut zu. Durch Bestimmung dieser Werte (Albumin, Gerinnungswert = Quickwert, Bilirubin) lässt sich die Leberfunktion einschätzen.

Mit einer Ultraschalluntersuchung oder einer Kernspintomographie lassen sich die Größe der Leber und zum Teil auch die Beschaffenheit des Gewebes darstellen. In seltenen Fällen entnimmt der Arzt Gewebeproben (Biopsie) aus der Leber

Wie wird eine Leberzirrhose behandelt?

Die allmähliche Leberzerstörung kann in vielen Fällen gestoppt werden, wenn die Ursache der Erkrankung rechtzeitig erkannt und Lebensgewohnheiten (z. B. Alkoholkonsum) radikal verändert werden. Geschädigtes Lebergewebe kann allerdings nicht wiederhergestellt werden. Eine rechtzeitige Behandlung lindert jedoch die Beschwerden und erhöht die Chancen, dass der Betroffene ein fast normales Leben führen kann. Je nach Ursache der Erkrankung erfolgt die Behandlung:

  • Leberschädigende Stoffe wie Alkohol und bestimmte Medikamente müssen sofort vollkommen abgesetzt werden.
  • Ist eine andere Krankheit (z. B. Hepatitis) die Ursache der Leberzirrhose, wird diese behandelt.
  • Bei Bauchwassersucht werden harntreibende Mittel (Diuretika) eingesetzt, die das Wasser im Bauchraum ausschwemmen. Ggf. kann auch punktiert werden.
  • Mit blutdrucksenkenden Medikamenten wird der Blutdruck in den Krampfadern der Speiseröhre gesenkt. So wird die Gefahr verringert, dass die Blutgefäße platzen.
  • Je nach Ursache der Leberzirrhose kann eine Lebertransplantation sinnvoll sein.
Alkoholvergiftung
Alkoholismus zerstört den Menschen: Jährlich sterben etwa 10 000 Menschen in Deutschland an der Alkoholkrankheit – mehr als im Straßenverkehr. Jeder zweite Todesfall im Straßenverkehr beruht auf Alkoholeinfluss. Täglicher Genuss von Alkohol führt zur Alkoholkrankheit.
Zu viel Ethanol, also Alkohol, vergiftet den Körper buchstäblich und beeinträchtigt die Bewusstseinsfunktionen erheblich. Eine Alkoholvergiftung (mehr als 100 Gramm Ethanol innerhalb kurzer Zeit) kann schlimmstenfalls mit dem Tod durch Lähmung des Atemzentrums enden. Welche Alkoholmenge zu welchen Symptomen führen kann, schwankt von Person zu Person erheblich.
Wird ein betrunkener Mensch bewusstlos, sind die Vitalfunktionen wie Atmung und Kreislauf zu erhalten. Wegen drohenden Erbrechens ist der Betroffene in eine stabile Seitenlage zu drehen. Der Notarzt muss gerufen werden

Was der Facharzt bei Leberzirrhose rät

Es gibt einige Maßnahmen, mit denen man einer Leberzirrhose Vorbeugen kann. Dazu gehören u. a.:

Mäßiger Alkoholkonsum: Bis zu 40 Gramm reiner Alkohol (das ist etwa eine halbe Flasche Weißwein) täglich bei Männern und 20 Gramm für Frauen gilt unter Medizinern als statistische Grenze. Trinkt man mehr, muss man mit körperlichen Folgeerkrankungen rechnen. Diese Angaben sind jedoch nur statistische Mittelwerte, im Einzelfall kann man auch durch geringere Mengen Alkohol einen schweren Leberschaden erleiden, nur ist dies nicht vorhersehbar.

Schutzimpfung gegen Hepatitis: Wer regelmäßig ins Ausland reist und viel Kontakt mit Menschen hat (z. B. in medizinischen Berufen), sollte sielt impfen lassen.

Auf Chemikalien am Arbeitsplatz achten: Betriebsärzte oder Arbeitsmediziner klären Uber die Gefahren auf.

Leberschädliche Medikamente: Diese sollten nur in Absprache mit einem Arzt eingenommen werden. Oft gibt es Alternativprodukte, die weniger schädlich wirken. Beispielsweise sollten bestimmte Schmerzmittel nicht über einen zu langen Zeitraum eingenommen werden. Müssen Medikamente über einen langen Zeitraum eingenommen werden, sollte der Arzt gefragt werden, ob die Medikamente leberschädlich sein könnten.

Hilfe annehmen: Wenn Alkoholismus die Ursache der Leberzirrhose ist, muss der Patient sofort mit dem Trinken aufhören. Selbsthilfegruppen (z. B. Anonyme Alkoholiker). Freunde oder Familie geben dem Patienten in vielen Fällen den nötigen Halt. Die Entscheidung aufzuhören muss der Alkoholiker aber selbst treffen. Unter Zwang hat ein Drogenentzug in der Regel keine Erfolgsaussichten.

Fragen an einen Facharzt

  1. Welche Alkoholmenge führt zu einem Leberschaden?

Das ist individuell sehr unterschiedlich. Die Menge hängt vom Stoffwechsel, von der Größe und vom Gewicht der Person ab. Trinkt ein Mann täglich einen Liter Bier oder einen halben Liter Wein, wirkt diese Menge bereits giftig auf die Leber. Frauen reagieren meistens noch empfindlicher auf Alkohol.

  1. Wie wird aus einer Leberzirrhose Leberkrebs?

Die Ursache ist weitgehend unbekannt. Mediziner haben folgende Theorie: Die Leberzirrhose zerstört die Leberzellen. Die Leber versucht den Verlust auszugleichen, indem sie neue Lcberzellen bildet. Durch den plötzlichen, vermehrten Anstieg der Zellproduktion steigt auch das Risiko, dass sich unter den neu gebildeten Leberzellen eine entartete Zelle befindet. Der Körper kann diese Zelle nicht kontrollieren. Sie vermehrt sich durch Teilung immer weiter, bis ein Tumor entsteht. Zusätzlich tragen bei Leberentzündungen, die durch Viren verursacht werden, die Gene des Virus, die in die Leberzellen eingebaut werden, zur Tumorentstehung bei.

  1. Welche Heilungschancen gibt es bei einer Leberzirrhose?

Der Verlauf und die Heilungsprognose der Erkrankung hängen von der Ursache, den Komplikationen und dem Krankheitsstadium ab. Lässt sich die Grunderkrankung, die zur Leberzirrhose geführt hat. behandeln, ist die Prognose gut. Die besten Aussichten haben Alkoholkranke, die dauerhaft mit dem Trinken aufhören. Bei fortgeschrittener Leberzirrhose sterben bis zu 60% der Patienten innerhalb eines Jahres. Die häufigsten Todesursachen sind Blutungen aus den Krampfadern der Speiseröhre, akutes Leberversagen und Leberzellkrebs.

Leberzirrhose

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© Suriya Siritam – 123rf.com

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Letzte Änderungen auf dieser Seite fanden am 29.10.2018 statt.