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Monozyten sind die Vorläufer der Makrophagen

Monozyten

© Quelle: Wikipedia

Monozyten, die Vorläufer der Makrophagen, sind ebenfalls überwiegend Zellen der angeborenen Immunabwehr. Neben der Abwehr von Mikroorganismen übernehmen sie jedoch auch antigenpräsentierende Aufgaben für T-Zellen.

Lymphozyten sind Zellen der erworbenen Immunabwehr. Man unterscheidet B- und T-Zellen. Im peripheren Blut stellen die T-Zellen mit 75 % die wichtigste Lymphozytenfraktion dar. Bei den T-Zellen unterscheidet man CD4-positive T-Helferzellen, CD8-positive zytotoxische T-Zellen und Suppressor-Zellen. Voll ausgereifte B- Zellen (Plasmazellen) besitzen eine charakteristische Morphologie. Abgesehen von Plasmazellen und unreiferen Formen der lymphatischen Reihe (Blästen), können B-und T-Zellen anhand von morphologischen Merkmalen nicht unterschieden werden. Eine Unterscheidung von T- und B-Zellen, T-Zellfraktionen (z. B. CD4, CD8) oder Differenzierungsstufen der lymphatischen Zellreihen ist mit der Multiparameterdurchflusszytometrie (fluorescence activated cell sorting, FACS; möglich.

Die Darstellung definierter Epitope auf den Zellen durch monoklonale AK ist für die Diagnostik insbesondere lymphatischer Erkrankungen essentiell. Für den Kliniker wichtige Oberflächenmoleküle sind häufig mit CD-Nummern bezeichnet.

Ursachen für Vermehrung der Monozyten

  • abklingende Infektion (Hinweis auf Genesung)
  • Tuberkulose
  • entzündliche Darmerkrankungen
  • Malaria
Achtung – Wichtig!
Im normalen peripheren Blut kommen Leukozyten als Granulozyten, Monozyten/Makrophagen und Lymphozyten vor. Die Unterteilung erfolgt nach morphologischen Kriterien. Maschinelle Differentialblutbilder sind verlässlich und zeigen für einzelne Zellformen wie z. B. Eosinophile genauere Werte als das (mikroskopische) Handdifferentialblutbild, das nur bei besonderen Fragestellungen (z. B. Zählung unreifer Blästen, Erythrozytenanomalien, Parasithämien, Linksverschiebung der Granulozyten) durchgeführt wird. Für die Subtypisierung morphologisch einheitlicher Lymphozyten werden immunzytologische Techniken (FACS-Analyse) herangezogen.

Die Monozyten des peripheren Blutes wandern nach einiger Zeit in das Gewebe und werden dort zu Makrophagen . Ihre Funktion besteht in der Antigenpräsentation , Zytokinsekretion und Phagozytose.

Reaktive Ursachen für eine Monozytose sind chronische Infekte und entzündliche Erkrankungen: Tuberkulose, Brucellose, subakute bakterielle Endokarditis, Malaria. Selten tritt eine Monozytose bei soliden Tumoren, Leukämien und granulomatösen Erkrankungen wie Sarkoidose und Morbus Crohn auf. Primäre Stammzellerkrankungen wie myelodysplastische/myeloproliferative Neoplasien vom Typ einer chronischen myelomonozytären Leukämie können zu einer absoluten Monozytose führen.

Achtung – Wichtig!
Ein isolierter Anstieg des Monozytenanteils im peripheren Blut ist häufig der erste Hinweis für eine Regeneration nach schwerer Neutropenie (z. B. bei der hämopoietischen Erholung nach Chemotherapie).

Monokuläre Phagozyten

Das System der mononukleären Phagozyten besteht aus Monoblasten, Promonozyten, Monozyten und den strukturell andersartigen Gewebemakrophagen und wurde früher teilweise als retikuloendotheliales System bezeichnet. Makrophagen sind langlebige Phagozyten mit Funktionen, die denen der Neutrophilen ähnlich sind. Sie nehmen aber auch an immunologischen Reaktionen und Entzündungsprozessen teil, an denen die Neutrophilen nicht beteiligt sind. Monozyten verlassen das Blut langsamer durch Diapedese als Neutrophile, mit einer mittleren Verweildauer im Blut von 12–24 Stunden.

Nachdem die Monozyten das Gewebe erreicht haben, verwandeln sie sich in Makrophagen mit speziellen Funktionen entsprechend dem umgebenden Gewebe. Makrophagen findet man besonders in den Wänden der Kapillaren von Lunge, Milz, Leber und Knochenmark, wo sie Mikroorganismen und andere potenziell schädliche Partikel aus dem Blut entfernen. Alveolarmakrophagen, Kupfer-Zellen der Leber, Milzmakrophagen, Peritonealmakrophagen, Knochenmarkmakrophagen, lymphatische Makrophagen, Mikrogliazellen im Gehirn und dendritische Makrophagen haben spezielle Funktionen in diesen Geweben. Makrophagen sezernieren Lysozym, neutrale Proteasen, saure Hydrolasen, Arginase, Komplementkomponenten, Enzyminhibitoren (Plasmin, α2 Makroglobulin), Bindungsproteine (Transferrin, Fibronektin, Transcobalamin II), Nukleoside und Zytokine (TNF-α, IL-1, -8, -12 und -18).

Interleukin 1 hat viele Funktionen. Es induziert über den Hypothalamus Fieber, mobilisiert Leukozyten aus dem Knochenmark und aktiviert Lymphozyten und Neutrophile. TNF-α ist ein Pyrogen, das viele Wirkungen von IL-1 verstärkt und eine wichtige Rolle bei der Pathogenese des gramnegativen Schocks spielt (Kap. 325). TNF-α stimuliert die Produktion von Wasserstoffsuperoxid durch Makrophagen und Neutrophile. Die Substanz wirkt außerdem katabol und führt so zur Kachexie bei vielen chronischen Erkrankungen.

Makrophagen sezernieren auch andere reaktive Sauerstoff- und Stickstoffmetaboliten, bioaktive Lipide (Arachidonsäuremetaboliten, Plättchen-aktivierende Faktoren), Chemokine, Kolonie-stimulierende Faktoren und Faktoren, welche die Proliferation von Fibroblasten und Gefäßen stimulieren. Makrophagen helfen bei der Regulation der Lymphozytenaktivierung und bei der Abtötung von Tumorzellen, Viren und einigen Bakterien (Mycobacterium tuberculosis und Listeria monocytogenes). Makrophagen sind besonders effektiv bei der Elimination von intrazellulären Mikroorganismen. Ihre Fähigkeit zur Bildung von Riesenzellen und von Granulomen steht unter der Kontrolle von Interferon γ, das die Bildung von Stickoxiden induziert, die gegen intrazelluläre Parasiten, wie Mycobacterium tuberculosis und Leishmania, wirksam sind.

 

Der gegenwärtige Stand der Monozytenfrage

Das ubiquitäre makrophage histiozytäre System ist völlig unabhängig vom myeloischen und lymphatischen Gewebe und als Bildungsstätte der Monozyten anzusprechen, da man das Hervorgehen von Monozyten aus Histiozyten und Uebergänge zwischen diesen Zellformen nachweisen kann. Die Monozyten, direkte Abkömmlinge der Histiozyten oder in das Blut übergetretene freie Histiozyten selbst, bilden eine dritte, durchaus selbständige differenzierte Form von Wanderzellen des Blutes und Gewebes, sie treten nie als Ersatz für Leukozyten oder Lymphozyten auf, haben ungleich geringere Beweglichkeit als diese und sind keine Blutzellen im eigentlichen Sinne. Sie sind nicht imstande, sich zu anderen Blut- oder Gewebszellen umzuwandeln. Für die Lehre vom Blut ergibt sich ein trialistisch überbrückter Unitarismus, da sich letzten Endes auch die Histiozyten, die Stammzellen der Monozyten, aus den Mesenchymzellen (vermutlich über die Wanderzellen Saxers, primitive Mesamöboide Minots) herausentwickeln. Anhaltspunkte für eine Entstehung von Monozyten aus dem Fibrozytennetz lassen sich nicht gewinnen. Aus dem Pathologischen Institut der Universität Breslau. (Direktor: Prof. Fr. Henke.)

 

Monozyten

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Quellen und weiterführende Literatur: u.a. Wikipedia und Silberberg M. Der gegenwärtige Stand der Monozytenfrage.
BARTELS M, MURPHY K, RIETER E, BRUIN M: Understanding chronic
neutropenia: life is short. Br J Haematol 17282):157–69, 2015
HANIFFA M, BIGLEY V, COLLIN M: Human mononuclear phagocyte system
reunited. Sem Cell Dev Biol 41:59–69, 2015
SCAPINI P, CASSATELLA MA: Social networking of human neutrophils
within the immune system. Blood 124:710–19, 2014
TECCHIO C, MICHELETTI A, CASSATELLA MA: Neutrophil-derived cytokines:
facts beyond expression. Front Immuno 5:508–13, 2014

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