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Schilddrüse – ist sie gesund oder gibt es Probleme?

Schilddrüse

Schilddrüse

Die nur 25 Gramm schwere Schilddrüse ist eine lebenswichtige Hormonfabrik. Sie sendet auf Kommando aus der Hypophyse eigene Hormone aus, die den Stoffwechsel in Gang setzen. Damit steuert die Schilddrüse die Lebensenergie.

Für volle Leistung braucht die Drüse als Treibstoff das Spurenelement Jod: Sie stellt damit die Hormone Trijodthyronin (T3) und Thyroxin (T4) her und speichert sie in Tausenden von Bläschen (Follikeln), aus denen diese Hormone bei Bedarf in die Blutgefäße entsandt werden.

Schilddrüsenprobleme

Wer plötzlich träge, vergesslich und depressiv wird, friert, Verstopfung hat, keine Lust auf Sex hat und trotz Diät zunimmt, leidet eventuell an einer Unterfunktion der Schilddrüse (Hypothyreose). Wen hingegen Heißhunger, Durchfälle, Schweißausbrüche, Reizbarkeit und Herzrasen plagen, sollte sich auf Überfunktion (Hyperthyreose) untersuchen lassen. Ein Warnzeichen ist der Kropf (Struma).

Jodmangel

Jodmangel ist der häufigste Grund für eine Über- oder Unterfunktion der Schilddrüse und die Kropfbildung. Aber auch eine Schilddrüsenentzündung (Thyreoiditis), bedingt durch Viren, Bakterien oder den Angriff eigener Immunzellen, kann die Funktion beeinträchtigen.

Thyreotropin (TSH)

Die Schilddrüse erhält ihre Steuerbefehle von der Hypophyse mithilfe des Hormons Thyreotropin (TSH). Eine Fehlfunktion kann nun an ihr selbst oder an ihrer übergeordneten Kommandostelle liegen. Dies klärt der Arzt, indem er im Blut die Werte des TSH und der beiden Hormone Triiodthyronin (T3) und Thyroxin (T,) überprüfen lässt.

Erhöhter TSH-Wert

  • Schilddrüsenhormonresistenz, bei der die Hormon-Kommandos nichts bewirken
  • Medikamente (Metoclopramid, Haloperidol)
  • Schilddrüsenunterfunktion

Verminderter TSH-Wert

  • Schilddrüsenüberfunktion
  • Basedow-Krankheit
  • Gutartiger Schilddrüsenknoten (Adenom)
TIPP: VORSICHT, JOD-RÄUBER!
Nicht jede Schilddrüsenstörung ist Folge einer zu geringen Aufnahme von Jod mit der Nahrung. Auch eine Überdosis Fluorid (aus Zahnpasta, Mundspülungen, Zahngels, Tabletten, zum Teil sogar aus Zahnfüllungen) kann der Schilddrüse das nötige Jod rauben.

Grund: Fluor bindet Jod – auch das aus dem Schilddrüsenhormon Thyroxin.

Triiodthyronin (T3) und Thyroxin(T4)

Die eigentlichen Schilddrüsenhormone sind das jodhaltige Triiodthyronin (T3) und Thyroxin (T4). Das Letztere wird in der Schilddrüse, vor allem aber in den anderen Geweben des Körpers in das aktivere T3 umgewandelt. Diese beiden Hormone sind der Motor der Zellen und des Stoffwechsels: Sie regeln die körpereigene Wärmeproduktion und beeinflussen auch Leber, Herz, Niere, Knochen und Gehirn. Der Hauptanteil der Schilddrüsenhormone zirkuliert an Eiweiß gebunden im Blut und wird aus diesem Speicher bei Bedarf freigesetzt. Nur die freien Schilddrüsenhormone sind im Stoffwechsel aktiv.

REFERENZBEREICHE

  • Thyreotropin (TSH)
    0,3—4,2 mU/I
    im Serum von Kindern und Erwachsenen
  • Freies T3 (fr,) und Freies T4 (fT4)
    fT3: 2,5-4,4 ng/l (3,9-6,7 pmol/l*)
    fT4: 9,9-16,2 ng/l (12,7-20,8 pmol/l*)
    im Serum von Erwachsenen
    * = SI-Einheiten

Erhöhter T3-Wert

  • Sdiflddrüsenüberfunklion
  • Sdülddmsenmedikaniente (Hormone)

Verminderter T3-Wert

  • Schilddrüsenunierfunktion
  • Chronisch entzündliche Erkrankungen

Schilddrüsenüberfunktion wegen Jodsalz?

Eine Jodmangelprophylaxe mit 100 bis 200 pg pro Tag ist ungefährlich. Niemand mit gesunder Schilddrüse und kein Patient mit normal funktionierender vergrößerter Schilddrüse geht mit lodsalz ein Risiko ein. Haben sich in der Schilddrüse aber »heiße Knoten« gebildet (wucherndes Gewebe, das unkontrolliert lod speichert) oder liegt eine Autoimmunkrankheit der Schilddrüse vor, können hohe Joddosen im Milligramm- bis Grammbereich eine Überfunktion bewirken. Diese Dosen werden aber nicht mit Jodsalz erreicht.

Erhöhter T4-Wert

  • Schilddrüsenüberfunktion (auch Basedow- Krankheit)
  • Heißer Knoten (Schilddrüsengewebe, das unkontrolliert lod speichert)
  • lodhaltige Medikamente oder Röntgenkontrastmittel

Verminderter T4-Wert

  • Schilddrüsenunterfunktion
  • Extremer Jodmangel

Autoimmune Schilddrüsenerkrankungen (Autoimmunthyreoiditis)

Wenn sich – die Ursache ist ungeklärt – Abwehrzellen des Immunsystems gegen die eigene Schilddrüse richten, kann es zu Über- oder Unterfunktionen der Schilddrüse kommen. Zu 70 Prozent steckt hinter einer Schilddrüsenüberfunktion ein Morbus Basedow (engl.: Graves disease), hinter einer Unterfunktion – jede fünfte Frau über 60 Jahren ist davon betroffen – oft eine Hashimoto-Thyreoiditis (siehe unten). In beiden Fällen verrät das Blut die Autoimmunerkrankung.

Hyperthyreose (Morbus Basedow, Graves disease)

Diese Form der Hyperthyreose hat 1840 der Merseburger Kreisphysikus Carl Adolph von Basedow (1799 bis 1854) entdeckt. Typische Symptome sind hervorstehende, tränende Augen mit erhöhter Lichtempfindlichkeit bei 60 Prozent der Betroffenen, Kropf (Struma) und Herzrasen (Tachykardie). Die drei Symptome wurden bald unter dem Begriff der »Merseburger Trias« weltweit bekannt. Die Erkrankung wird durch Autoantikörper (TRAK) ausgelöst, die mit den Rezeptoren für TSH an den Schilddrüsenzellen reagieren und so zu einer dauernden Stimulierung der Bildung von T3 und T, führen (genannt auch thyreoide stimulierende Immunglobuline = TSI). Im Blut sind dabei der T;– und T4-Wert erhöht, der TSH-Wert aber vermindert. Gelegentlich können auch blockierende Antikörper auftreten, die zu einer Unterfunktion der Schilddrüse führen.

Hashimoto-Thyreoiditis

Bei der von dem japanischen Arzt Hakaru Hashimoto (1881 bis 1934) entdeckten Form der Schilddrüsenunterfunktion greifen Immunzellen das Schilddrüsengewebe an, lösen eine Entzündung aus und zerstören schließlich das Gewebe. Dabei kommt es zuerst zu einer Über-, im weiteren Verlauf zu einer Unterfunktion der Schilddrüse. Anzeichen des dadurch entstehenden Hormonmangels sind Gewichtszunahme, Mattigkeit und Verstopfung sowie brüchige Haare und Fingernägel. Bei 90 Prozent der Patienten finden sich Autoantikörper gegen das Schilddrüsenenzym Thyreoideaperoxidase (TPO). Die Krankheit kann auch ohne Unterfunktion der Drüse verlaufen.

REFERENZBEREICHE

  • Autoantikörper gegen TSH-Rezeptoren
    (TRAK): <1,0 IU/I*
  • Autoantikörper gegen Thyreoideaperoxi- dase (TPO-AK): s60U/ml*
    im Serum von Erwachsenen
    * Werte abhängig vom Testverfahren

 

Allergietest bei Schilddrüsenerkrankungen
Einige Wissenschaftler vermuten einen Zusammenhang zwischen Allergien und der Entstehung von Schilddrüsen- störungen wie Morbus Basedow und Hashimoto-Thyreoiditis. Versagt eine medikamentöse Therapie bei einer Schilddrüsenstörung, sollten Sie sich auch auf Allergien (unter anderem gegen Pollen, Getreide und Zahnmaterialien) untersuchen lassen.

 

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Urheber: andreypopov / 123RF Standard-Bild

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Letzte Änderungen auf dieser Seite fanden am 29.10.2018 statt.












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